Vehicle-to-Load (V2L) ermöglicht es, mit dem Akkupack eines Elektroautos externe elektrische Geräte zu betreiben oder aufzuladen. Einsatzmöglichkeiten sind etwa Kühlboxen, Tischgrills, Heckenscheren oder E-Bikes beim Camping, im Garten und bei anderen Outdoor-Aktivitäten. Der ADAC untersuchte die Funktion bei den Modellen BMW iX3, BYD Seal, Kia EV5, MG4, Renault 5 und XPeng G9 auf Sicherheit und Bedienung.
Für V2L ist neben dem bidirektionalen Ladegerät im Elektroauto ein passender Adapter erforderlich, wobei sich die Herstellerlösungen der sechs Testwagen deutlich unterscheiden. MG und BYD verwenden Adapter mit Kabel und Mehrfachsteckdose, während der Kia-Adapter einen Regenschutz besitzt. Die übrigen Adapter bieten keinen speziellen Schutz vor Nässe. Aus Haftungsgründen untersagen alle Hersteller die V2L-Funktion bei Nässe.
Auch die Aktivierung unterscheidet sich: Bei BMW und XPeng genügt das Einstecken des Adapters, bei BYD und Kia muss zusätzlich ein Knopf gedrückt werden. MG aktiviert V2L über einen Touchbutton im Display, Renault über langes Drücken eines Knopfes am Adapter. Adapter aus dem Zubehörhandel waren nicht Bestandteil der Untersuchung.
Bei den ADAC-Sicherheitstests reagierten alle sechs Elektroautos auf Kurzschlüsse und Überlastungen regelkonform mit einer Abschaltung. Die gemessenen V2L-Spitzenleistungen lagen bei allen Modellen unter 3,7 kW, mit Ausnahme des BMW iX3, der für etwa zehn Minuten 4 bis 5 kW zuließ und danach abschaltete. Beim gezielt ausgelösten Kurzschluss entstanden keine erkennbaren Schäden an Adaptern oder Fahrzeugen, und alle E-Autos blieben uneingeschränkt fahrtauglich.
Nach dem Kurzschlusstest war V2L bei fast allen Fahrzeugen nach Aus- und Wiedereinstecken des Adapters sofort wieder verfügbar. Beim Renault 5 war dagegen ein Ruhezustand nötig, für den unter anderem der Schlüssel mehrere Minuten außer Funkreichweite gebracht werden musste; dieses Vorgehen war nicht in der Bedienungsanleitung beschrieben. Zudem ermittelte der ADAC bei den getesteten Elektroautos mit Ausnahme des BMW einen Eigenverbrauch von 390 bis 500 Watt beim Betrieb externer Geräte.
Verbesserungsbedarf sieht der ADAC bei Adaptergestaltung, Benutzerführung und Fehleranzeigen. Kia meldet demnach bei Überlast „Verbrauch zu hoch“, verwendet diese Anzeige aber auch bei einem Kurzschluss. Andere Fahrzeuge zeigen unter anderem „Ladefehler, verbundenes Gerät nicht kompatibel“ oder „Fehler verbundenes Gerät“. Als sinnvoller werden konkrete Fehlermeldungen beschrieben, die den Fehler benennen und Hinweise zur Behebung geben.


Futureman meint
Mit 3 kW und den vorhandenen Batteriekapazitäten lassen sich viele bei Stromausfall nötigen Verbraucher im Haushalt bis zu eine Woche versorgen. Besser wäre natürlich die aktive Einbindung in das Verbrauchsnetz. Denn dort schlummern enorme Kapazitäten, die Börsenstromspitzen vermeiden könnten.
eBikerin meint
Und du glaubst die Eigentümer verramschen dann den Strom aus ihren Auto-Akkus?
Nachdem Sie auch noch ordentliche Investitionen in die Infrastruktur getätigt haben?
Träum weiter.
M. meint
Unter den Bedingungen der aktuellen Wirtschaftsministerin würde ich eine PV-Anlage gar nicht erst für die Einspeisung anmelden. Ab 08/27 gibt es eh nur noch max. 50% Einspeisung (der install. Leistung), dann wird gedrosselt, egal ob jemand den Strom brauchen könnte oder nicht – lieber lässt man irgendwo ein Gaskraftwerk laufen… Dann lieber kleiner auslegen und dafür mehr Speicher, damit keine kWh versickert.
Powerwall Thorsten meint
Die bis zu fünf kW beim BMW sind natürlich toll, wenn es auch wahrscheinlich nicht so viele Geräte gibt, die solche hohen Wattzahlen benötigen.
Viel spannender ist doch aber die Frage, wie lange man auf den Fahrzeug Akku dauerhaft zugreifen kann (12 Stunden zwölf Tage?)
Auch spannend / wichtig ist natürlich die Frage, ob man eine Mindestreserve für den Akku zumindest im Fahrzeug selber, oder aber idealerweise auch per App vorgeben beziehungsweise eben von unterwegs verändern kann.
Ich denke da insbesondere bei Vans oder ähnlichem an einen Kühlschrank.
Einigen Campern beispielsweise ist ja bis heute nicht bewusst, dass der Absorber Kühlschrank zwar toller Weise sowohl mit 12 V als auch 230 V als auch Gas betrieben werden kann – er aber im 12 V Betrieb oder im 220 V Betrieb extrem unökonomisch gegenüber beispielsweise einer Kompressor Lösung ist.
Da zieht der Absorber nämlich schnell mal das vierfache an Energie.
Eine andere Frage ist, ob bei intensiver Nutzung der Fahrzeugbatterie für VTL in den Garantiebedingungen die maximalen kW Entnahme in irgendeiner Weise eingeschränkt ist?
Darüber habe ich bisher auch nichts gelesen.
Habe mal gehört, VW macht da irgendwelche Vorgaben?
Weiß da jemand näheres?
M. meint
Ohne jetzt nachgesehen zu haben: solange der SoC >20% ist. Jedenfalls ist das oft so.
Im Falle des iX3 und des sehr theoretischen Falls eines 100% vollen Akkus:
0,8 x 108,7 = 87 kWh; / 3 = 29 Std.
Nun zieht ja nichts, was man beim Camping mitführt, dauerhaft 3 kW.
Wenn man 200 W für den Kühlschrank rechnet, im Schnitt (Tag und Nacht) 30 W für TV und Beleuchtung, 2 x 0,5 Std Kochen mit großzügigen 1500 W und 1 x 1 Std Grillen mit 2000 W, kommt man auf rund 9 kWh/Tag. Dann reicht so ein Akku locker 9 Tage.
Aber da man das natürlich mit einem Camper macht, kommen nochmal 800 Wp PV auf das Dach, damit macht man die 2 Wochen voll. Außer, man will bei den Temperaturen lieber im Schatten parken, oder braucht zum Überleben eine Klimaanlage…
M. meint
Achso.
Absorber Kühlschrank. Gibt es noch?
Inzwischen gibt es selbst bessere Kühlboxen mit Kompressor. Der Betrieb mit Strom ist im PV-Zeitalter kein Argument mehr. Das olle Absorberding würde ich entsorgen. Gas wollte ich heute auch nicht mehr. Alles „toll“ (abgesehen vom CO2), wenn es neu ist, aber nach 10, 15 Jahren…
Garantie: VW hat da mindest für V2G Vorgaben (nicht im Kopf), bei BMW geht auch V2G ohne Beschränkungen. Da werden die Kleinmengen via V2L eher kein Problem sein.
Du meintest aber die Entnahme von kWh. Die Entnahme in kW regelt einfach eine Sicherung.