Das Forschungs- und Demonstrationsprojekt BELLE zur Elektrifizierung von Betriebshöfen ist nach mehrjähriger Arbeit abgeschlossen worden. Im Oktober präsentierten die acht Projektpartner ihre Ergebnisse zum Einsatz batterieelektrischer schwerer Nutzfahrzeuge und zur Ladeinfrastruktur auf Betriebshöfen.
Das vom Bundesministerium für Verkehr geförderte Vorhaben sollte praxisnahe Lösungen entwickeln und übertragbare Handlungsempfehlungen für Unternehmen und öffentliche Akteure liefern. Im Mittelpunkt standen die technische Auslegung der Ladeinfrastruktur, das Last- und Lademanagement, die Integration elektrischer Lkw in bestehende Betriebsabläufe sowie wirtschaftliche Aspekte.
Ein zentrales Ergebnis des Projekts: Der Erfolg der Antriebswende im Güterverkehr entscheidet sich nicht allein am Fahrzeug. Wesentlich sind laut den Verantwortlichen leistungsfähige Energie- und Ladeinfrastrukturen sowie intelligente betriebliche Prozesse.
Die Untersuchungen anhand realer Anwendungsfälle zeigen, dass das Depotladen eine entscheidende Voraussetzung für den Markthochlauf batterieelektrischer Nutzfahrzeuge ist. Da gegenwärtig der überwiegende Teil der Ladevorgänge auf Betriebshöfen stattfindet, übernehmen diese zunehmend die Funktion eines Energie-Hubs.
Ein weiteres Ergebnis betrifft die Wirtschaftlichkeit: Batterieelektrische Nutzfahrzeuge lassen sich bereits heute in zahlreichen Anwendungsfällen wirtschaftlich betreiben. Zusätzliche Potenziale bieten die Nutzung von THG-Quoten und die Öffnung der Ladeinfrastruktur für Dritte. Perspektivisch kann auch die Bereitstellung von Flexibilitäten für das Stromsystem wirtschaftliche Vorteile eröffnen.
Die Erkenntnisse aus BELLE sollen Unternehmen und Flottenbetreibern bei der Planung und Umsetzung eigener Elektrifizierungsstrategien helfen. Neben leistungsfähigen Netzanschlüssen und geeigneter Ladeinfrastruktur sind dafür betriebliche Prozesse, Standortanforderungen sowie integrierte Lade- und Energiemanagementsysteme relevant. Die Projektergebnisse zeigen zudem, dass E-Lkw bereits heute sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs leisten können.


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