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Vattenfall-Deutschlandchef: Tankrabatt-Milliarden hätten in Schnellladesäulen fließen können

17.06.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

Bild: Vattenfall

Robert Zurawski, Deutschlandchef von Vattenfall, kritisiert im Gespräch mit dem Handelsblatt die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Folgen des Irankonflikts als fehlgesteuert. Er bemängelt insbesondere den Tankrabatt für Benzin und Diesel, der seit Anfang Mai gilt und laut seiner Berechnung Deutschland rund 1,6 Milliarden Euro kostet.

Statt einer Reduzierung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel plädiert Zurawski für eine Senkung der Stromsteuer, um den Umstieg auf Elektroautos zu fördern. Er führt an, dass das Budget für den Tankrabatt seinem Unternehmen ausgereicht hätte, um 10.000 Schnellladesäulen mit insgesamt 20.000 Ladepunkten zu errichten.

Vattenfall hat sich in Deutschland vom klassischen Kraftwerksbetreiber hin zu einem Anbieter von erneuerbaren Energien entwickelt. Das Geschäft des schwedischen Energieunternehmens umfasst heute den Strom- und Gasverkauf an fünf Millionen Kunden sowie 40 Prozent der deutschen Pumpspeicherkapazitäten.

Das Unternehmen plant den Ausbau der Windkraft an Land mit rund 30 Projekten und einer Gesamtleistung von etwa 1,5 Gigawatt. Im Bereich der Offshore-Windkraft beginnt Vattenfall mit dem Bau des Windparks Nordlicht, der eine Leistung von 1,6 Gigawatt erreichen soll. Zudem befinden sich Solarparkprojekte mit 5,2 Gigawatt sowie angeschlossene Batterien mit einer Leistung von vier Gigawatt in der Entwicklung. Während bereits fünf Solaranlagen mit 0,15 Gigawatt im Betrieb sind, sollen fünf weitere Anlagen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Zurawski sieht in der politisch forcierten Transformation der Industrie ein „Industrieförderprogramm“ und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Er warnt jedoch vor einer Abschwächung des europäischen Emissionshandels durch geplante Reformen, da dies das Vertrauen der Unternehmen untergraben könnte.

Gleichzeitig weist der Vattenfall-Manager Vorwürfe gegen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zurück. Er bezeichnet die Darstellung der CDU-Politikern als „Fossillobbyistin“ als unrechtmäßig und sagt, dass die grundlegenden Ziele der Energiewende aus dem Wirtschaftsministerium nicht infrage gestellt würden.

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Tags: Ladestationen, Nachhaltigkeit, SchnellladenUnternehmen: Vattenfall
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg2 meint

    17.06.2026 um 13:47

    Ne, in reale Geldauszahlungen an die Steuerzahler.
    Dann würde davon auch bei denen etwas ankommen, die die Teuerungsrate aller Konsumgüter %ual am meisten trifft. Krankenschwester, Niedriglohnjobber, Alleinerziehende….

    Ladesäulen sind etwas für Besserverdiener.

    Antworten
  2. Matthias meint

    17.06.2026 um 13:39

    Ähemm, der Unterschied zwischen „von dem durch krisenbedingten höheren Ölpreisen erhöhten Tankstellen-Mehrwertsteueraufkommen nicht alles einsacken“ und „mal eben mehr für irgendwas ausgeben“ sollte auch einem Manager&Deutschlandchef klar sein. Was will er eigentlich mit 20000 mehr Schnellladern wenn die bisherigen 51000 allenfalls punktuell temporär mal ausgelastet sind?

    Antworten
  3. Julian meint

    17.06.2026 um 13:15

    Ja, das wäre n vielfacher Hinsicht deutlich sinnvoller gewesen:

    Investieren statt konsumieren
    Klimaschutz
    Resilienz und Unabhängigkeit
    Wertschöpfung

    Aber das will ja keiner hören

    Antworten
    • Bär (NL) meint

      17.06.2026 um 13:44

      Reine Analyse und vollkommen richtig. Offenbar basierend auf Wissen und Expertise.

      Sie sind also für die Politik ungeeignet. :)

      Antworten

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