Daimler Truck rechnet mit einem verstärkten Markteintritt chinesischer Hersteller im Bereich der Elektro-Lkw in Europa, berichtet die Deutsche Presseagentur. Karin Rådström, Chefin des Leinfelder Konzerns, erwartet demnach eine Offensive durch chinesische Unternehmen auf dem Lkw-Markt.
Während chinesische Elektroautos bereits vereinzelt in Europa präsent sind, gelten elektrisch angetriebene Lkw aus China bislang als Seltenheit. Doch Rådström sieht auch eine Offensive bei den großen Nutzfahrzeugen kommen. „Es liegt an uns, vorbereitet zu sein.“
Die Lkw-Wettbewerber in China sind laut der Daimler-Truck-Chefin sehr stark, auch wenn sie derzeit unter Druck stehen. „Dort gibt es zig verschiedene Hersteller, es wird dort eine große Konsolidierung geben müssen – aber ich denke, wir werden uns ihnen stellen müssen“, so Rådström. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse das Unternehmen konsequent an weiteren Innovationen arbeiten und die Kosten optimieren.
Im Bereich der elektrischen Busse seien chinesische Hersteller bereits seit über zehn Jahren in Europa aktiv. Diese hätten zwar Anteile gewonnen, den Markt jedoch nicht übernommen. Rådström, die zudem aktuell den Nutzfahrzeug-Ausschuss des Verbands Acea leitet, sieht den Konzern in der Lage, mit chinesischen sowie amerikanischen, europäischen, koreanischen oder japanischen Wettbewerbern zu konkurrieren.
Daimler Truck bewegt sich in einem herausfordernden Marktumfeld. Trotz rückläufiger Gewinne infolge der zuvor schwachen Nachfrage, von Zollbelastungen und Kostendruck zeigen sich erste Anzeichen einer Erholung. Insbesondere die wieder anziehende Nachfrage in Nordamerika sowie ein günstigerer US-Zollrahmen ermöglicht eine verbesserte Jahresprognose.
Im zweiten Quartal dieses Jahres setzte der Daimler-Truck-Konzern 86.707 Einheiten ab und damit 8 Prozent mehr Fahrzeuge. Der Verkauf von batterieelektrischen Lkw und Bussen stieg um 21 Prozent auf 1405 Einheiten (Q2 2025: 1162).

South meint
Die LKW hinken den PKW zeitlich hinterher. Die eLKW sind zum Teil noch deutlich teurer als ihre Diesel-Pendants, deshalb zögern auch noch viele Einkäufer. Das liegt am fehlenden Wettbewerb, deshalb gilt die „Warnung“ für Mercedes selbst. Es ist keine Offensive, sondern eine Umstellung und wer die nicht mitmacht, wird an Bedeutung verlieren…. und zwar zu Recht…
Besser-BEV-Wisser meint
Das ist die richtige Einstellung: Wettbewerb annehmen und Besser werden. Statt nach Sanktionen, Protektionismus und Subventionen zu rufen.
Noch Kostet ein eLKW das 2,5 Fache eines Diesel LKWs. Das muss sich ändern. Auch wenn sich der eLKW dank niedriger laufender Kosten (Treibstoff, Maut) schon heute rechnet, ist das die Grundvoraussetzung um die Wende auch im Warentransport zu schaffen!
Daniel S meint
„Es liegt an uns, vorbereitet zu sein.“
„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse das Unternehmen konsequent an weiteren Innovationen arbeiten und die Kosten optimieren.“
Das war schon immer so und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Powerwall Thorsten meint
Same procedure as last year?
Same procedure as EVERY year
Tja hier lese ich von wohl bekannten Kommentatoren doch immer, wie gut, wie günstig und wie weit vorne die deutschen Hersteller im eTrucking Markt sein sollen.
Dann schlägt „Das Beste oder Nichts“ oder „Vorsprung durch Technik“ doch sicher die Konkurrenz oder gar „Bachelor Absolventen“
Time will teach you – again
CaptainPicard meint
Da sind sie aber selbst Schuld. Statt schnell die Produktion von E-LKW zu erhöhen und damit von Skaleneffekten zu profitieren war die höchste Priorität der Hersteller den eigenen Diesel-LKW keine Konkurrenz zu machen. Deshalb verlangt man ja auch diese absurden Mondpreise für E-LKW, man will dass die sich nicht gut verkaufen.
Das heißt aber auch dass die Kosten hoch bleiben wenn man nur wenige Stück davon produziert und damit hat man keine Chance gegen die chinesische Konkurrenz.
Karsten meint
😉 Diese Skaleneffekte scheinen ja der abolute Gamechanger zu sein, ich frage mich warum dann Fahrzeuge (egal welches Segment) bisher immer nur teurer werden?
Powerwall Thorsten meint
Vor fünf Jahren hat ein BMW I3 mit einer 40 kW Batterie und Schnarchlladen mit 50 kW über 40.000 € gekostet.
Das war unser erstes Elektroauto – geleast, und sofort lieferbar. Der Viel bessere Kona 54kW belüftete Sitze deutlich überlegenem Infotainment etc. war preislich zwar gleich hatte aber 6-8 MONATE Lieferzeit.
Heute bekommst du für unter deutlich unter 40.000 ein Tesla Model Y mit einem achtziger Akku dreimal so viel Platz. Da ist also nichts teurer geworden.
Von 5 Jahren Inflation wollen wir gar nicht erst anfangen.
Das sind die Fakten – deines ist nur „so ein Gefühl“
ID.alist meint
Ich wette mit Dir, dass am Ende des Jahres Daimler Truck mehr E-LkWs als SuperPanther in Steyr wird produziert haben.
David meint
Unsinn, der Kunde hat nicht gekauft. Und das macht er auch heute noch nicht. Einfach mal regelmäßig auf Kanälen informieren, die näher am Thema Logistik sind.
Da gibt es immer noch sehr große Vorbehalte und viele größere Speditionen, die aus irgendeinem Grund immer noch darauf hoffen, dass die Elektromobilität an ihnen vorbeigehen kann und man die Leitplanken für 2030 aufweicht. Genau das gleiche passiert bei den Öffis und staatlichen Auftraggebern. Dort sitzen gerne B-Kandidaten aus der Politik auf diesen Pöstchen und die hassen Elektromobilität. Allein schon, weil es Arbeit macht.
Und die dritte Dimension ist, dass es Stadtbusse, die auf allen Routen einsetzbar sind, erst seit etwa zwei Jahren gibt und vor dem eActros 600/Iveco S eway waren Schwerlast-LKW schon nicht ohne weiteres bis in die Ruhepause zu fahren. Damit will ich nicht sagen, dass man nicht schon hätte anfangen können, weil es ja eben auch kürzere Routen gibt. Aber die universelle Einsätzbarkeit ist noch nicht so lange gegeben.
Außerdem hast du hoffentlich den Artikel gelesen. Sie ruft ja gar nicht nach Politik oder Hilfen. Sie sagt ja, dass es an Daimler Trucks selber liegt, auf diese Herausforderung vorbereitet zu sein. Da ist also nichts mit Schuld. Gewöhn dir mal dieses General Bashing auf die deutsche Industrie ab…