Die Verbände International Road Transport Union (IRU) and Transport & Environment (T&E) fordern EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, einen strategischen Dialog zur Dekarbonisierung schwerer Nutzfahrzeuge einzuleiten. Der Vorstoß erfolgt vor der anstehenden Überprüfung wichtiger EU-Regeln und vor dem Hintergrund steigenden Energie- und Kostendrucks. Ziel ist laut T&E ein hochrangiger Austausch zwischen Transportunternehmen, Fahrzeugherstellern, Infrastruktur- und Energieanbietern sowie der Zivilgesellschaft.
Europas Straßentransport steht unter wachsendem Druck. Die durch die Kriege im Iran und in der Ukraine ausgelöste Energie- und geopolitische Krise hat die Dieselpreise stark steigen lassen und Sorgen um die europäische Energiesicherheit verstärkt. Und durch den Klimawandel bedingte Wetterextreme wirkten sich zunehmend auf Gemeinden und Lebensgrundlagen aus, beeinträchtigten den Verkehrsbetrieb und belasten die Infrastruktur immer stärker, so die Autoren.
IRU und T&E wollen eigenen Angaben nach mit dem Dialog praktische und wirtschaftliche Hindernisse für einen schnellen Umstieg auf emissionsfreie Lkw angehen. IRU-EU-Advocacy-Direktorin Raluca Marian: „Der Übergang im Schwerlastverkehr braucht neuen politischen Schwung auf höchster Ebene.“ EU-weite und nationale Anstrengungen müssten dabei Hand in Hand gehen, während die betrieblichen und wirtschaftlichen Bedingungen der Transportunternehmen bei den weiteren Entscheidungen berücksichtigt werden sollten.
T&E-Geschäftsführer William Todts bezeichnet die Dieselkrise als „Weckruf für Europa“. Die Abhängigkeit von importiertem Öl müsse rasch sinken. Der beste Weg dafür seien mehr elektrische Lkw, die mit sauberem, in Europa erzeugtem Strom betrieben werden. Für die geplanten Maßnahmen der EU zu Ladeinfrastruktur und CO₂-Standards fordert T&E einen transparenten und inklusiven Prozess mit den maßgeblichen Beteiligten.
Der gemeinsame Appell kommt vor der Überprüfung zweier zentraler EU-Regelwerke. Die Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) treibt den Ausbau von Lade- und Wasserstoffinfrastruktur voran, während die CO₂-Standards für schwere Nutzfahrzeuge Reduktionsziele für neue Fahrzeuge festlegen. IRU und T&E betonen zudem die Bedeutung ausreichender Netz- und Ladekapazitäten, wettbewerbsfähiger Energiepreise, Finanzierung und Nachfrage nach emissionsfreiem Transport.

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