VW hat den „Mission Efficiency“ vollständig gezeigt und Bilder sowie technische Daten des elektrischen Konzeptfahrzeugs veröffentlicht. Die in Wolfsburg entwickelte Studie ist nicht für den Verkauf vorgesehen, verfügt nach Herstellerangaben aber über eine EU-Straßenzulassung. VW beansprucht mit dem an die Plug-in-Hybrid-Kleinserie XL1 von 2014 erinnernden E-Auto drei Weltrekorde: einen cW-Wert von 0,158, einen Verbrauch von 6,48 kWh/100 km bei einer als „Idealfahrt“ bezeichneten Testfahrt sowie den Status als effizientestes seriennahes Elektroauto.
Für eine weitere dokumentierte Fahrt legte der Mission Efficiency 1278,36 Kilometer von Wolfsburg über Poznań und Olmütz nach Wien zurück. VW gibt dafür einen Verbrauch von 7,51 kWh/100 km einschließlich Ladeverlusten beziehungsweise 6,89 kWh/100 km ohne Ladeverluste an. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 67,72 km/h, maximal wurden 138 km/h erreicht. Der Netto-Energieinhalt der Batterie liegt laut Datenblatt bei 54,9 kWh. Während der Fahrt wurde einmal nachgeladen, bei der Ankunft zeigte das Fahrzeug noch 164 Kilometer Restreichweite an.
Technisch greift die Studie auf Komponenten der neuen Generation des E-Auto-Baukastens MEB+ mit Frontantrieb zurück. VW nennt einen Elektromotor mit 99 kW/135 PS, maximal 105 kW Gleichstrom-Ladeleistung (DC) und einen WLTP-Verbrauch von 8,4 kWh/100 km. Antrieb, Vorderachse samt Lenkung und die Grundkonstruktion der Hinterachse sind nach Herstellerangaben mit dem Elektro-Kleinwagen ID. Polo verwandt. Der ID. Polo basiert ebenfalls auf MEB+ und wird unter anderem mit einer 99-kW-Antriebsvariante angeboten.
Ein zentraler Ansatzpunkt für die Effizienz ist die Aerodynamik. Der Mission Efficiency ist 4,775 Meter lang, 1,744 Meter breit und 1,392 Meter hoch, die Stirnfläche beträgt 2,08 Quadratmeter. Gegenüber dem ID. Polo ist die Studie 722 Millimeter länger. Vollverkleidete Hinterräder, ein geschlossener Unterboden, eine zum Heck hin verjüngte Karosserie und drei aktive Kühlluftklappen sollen den Luftwiderstand reduzieren. VW gibt einen cW-Wert von 0,158 an. Der um 100 Millimeter verlängerte Radstand und der lange Hecküberhang dienen laut Hersteller der tropfenförmigen Karosseriegestaltung.
Weitere Maßnahmen betreffen Reibungsverluste, Nebenverbraucher und Gewicht. Hinten setzt VW eine neue elektromechanische Bremse ein, während vorn eine hydraulische Bremse arbeitet; dadurch sollen die Reibverluste an der Hinterachse laut Hersteller nahezu entfallen. Ein in Glasdach und Heckklappe integriertes Photovoltaiksystem leistet 370 Watt und versorgt Bordnetzverbraucher. VW beziffert den möglichen zusätzlichen Reichweitenbeitrag je nach Region, Jahreszeit und Wetter auf bis zu 30 Kilometer pro Tag. Ein fest eingebautes Infotainmentdisplay und konventionelle Lautsprecher entfallen zugunsten mobiler Endgeräte und einer Bluetooth-Box.
Für Serienkunden ergibt sich aus dem Projekt zunächst kein neues Modell: VW kennzeichnet den Mission Efficiency ausdrücklich als nicht zum Verkauf stehendes Konzeptfahrzeug und hat keine Serienfertigung angekündigt. Die Wolfsburger nennen unter anderem Aerodynamik, reduzierte Reibungsverluste und Leichtbaumaßnahmen als Ansatzpunkte für die hohe Effizienz. Nach Herstellerangaben liegt der Verbrauchsvorteil gegenüber dem ID. Polo ab 80 km/h bei mehr als 30 Prozent.
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„Der Mission Efficiency ist die beste Antwort auf die Frage, was Volkswagen im Elektrozeitalter auszeichnet: Technologie für alle – statt für wenige“, sagt Markenchef Thomas Schäfer. „Die drei Weltrekorde hat das Fahrzeug nicht mit abgehobener Spezialtechnik erreicht, sondern mit bezahlbarer Serientechnologie des ID. Polo und ID. Cross auf Basis des MEB+ mit Frontantrieb. Das zeigt, welches Effizienzpotenzial wir in die neueste Generation unserer Elektroautos bringen. Entwickelt in Wolfsburg, gebaut von unserem Team um Kai Grünitz, steht der Mission Efficiency für deutsche Ingenieurskunst mit klarem Kundennutzen.“

















South meint
Klar, das wird ein Zukunftsauto auf Basis eines MEB+ mit 400V Technologie vorgestellt … da können viele Leute heute besseres… und natürlich spielt auch der Verbrauch eine große Rolle, aber solche extremen Designauswüchse sind nicht der Renner. Die Idee ist auch nicht neu, das hat auch schon mal Hyundai mit den Ioniq 6 probiert.
petzstef meint
Wenn sie „Technologie für alle“ ernst meinen, sollten sie das zu einem Serienfahrzeug entwickeln. Aber nahe am Konzept bleiben und nicht so, dass nur ein weiterer Crossover dabei heraus kommt. Und Heckantrieb wäre noch schön.
Futureman meint
Immer wieder erstaunlich, wofür bei VW Geld da ist. Da sind bestimmt einige Millionen in die Entwicklung geflossen. Währenddessen bestellen Mitbewerber 10 neue Auto-Transportschiffe, damit sie ihre E-Fahrzeuge weltweit noch besser verkaufen können.
Justin Case meint
will haben, bitte bauen!