Die EU-Kommission hat in Aussicht gestellt, mit einer neuen Fahrzeugklasse namens M1E die Einführung von kleinen, günstigen Elektroautos für die Autohersteller attraktiver zu machen. Das könnte laut Medienberichten zur Einführung von neuen Modellen der Marken Audi und Skoda führen.
Den Berichten zufolge sorgt die in Aussicht gestellte weitere EU-Fahrzeugklasse im Volkswagen-Konzern für neue Pläne. So soll das im Rahmen des „Automobilpakets“ im Dezember angekündigte Segment für kleine Elektroautos bei Audi und Skoda zu dem Entschluss geführt haben, neue Ableger der ab diesem Jahr startenden „Electric Urban Car Family“ anzubieten. Die E-Kleinwagen-Familie wird offiziell mit Modellen von VW, Skoda und der Seat-Schwestermarke Cupra eingeführt, nun könnten weitere Baureihen hinzukommen.
Die Projekte von Skoda und Audi sollen laut dem Bericht vor wenigen Jahren im Konzern schon einmal erwogen worden sein, nun wurden sie offenbar wiederbelebt. Die Pläne sollen weit fortgeschritten sein: Der E-Kleinwagen-Ableger von Audi ist den Berichten zufolge „praktisch bestätigt“, der von Skoda soll noch nicht final beschlossen sein. Das Audi-Modell könnte demnach 2029/2030 auf den Markt kommen, der potenzielle elektrische Skoda erst 2031/2032.
Offiziell treibt der Konzern für seine neue elektrische Kleinwagenfamilie derzeit die Baureihen Cupra Raval (Artikelbild) und VW ID. Polo sowie die SUV VW ID. Cross und Skoda Epiq voran. Den Anfang macht in diesem Jahr der Raval. Auch die anderen drei kleinen E-Autos sollen noch 2026 folgen, gebaut werden alle Modelle in Spanien.
Die EU-Kommission will mit der neuen Fahrzeugklasse ein breiteres Angebot von erschwinglichen kleinen Elektroautos ermöglichen. Das neue Segment soll sich grob an Japans populären „Kei-Car“-Modellen orientieren. Die EU-Klasse wird wohl für kleine Elektrofahrzeuge gelten und eine Unterkategorie der Pkw-Klasse M1 mit der Bezeichnung M1E bilden. Die Stromer dürfen eine Länge von 4,2 Metern nicht überschreiten – deutlich mehr als die maximale Länge von 3,4 Metern für Kei-Cars.
Nach den Vorschlägen der EU-Kommission kommen EU-hergestellte M1E-Fahrzeuge für „Super-Credits“ im Hinblick auf die von der EU festgelegten CO2-Ziele der jeweiligen Hersteller infrage. Anstatt als ein Credit zu zählen, soll jedes in der EU hergestellte und verkaufte M1E-Fahrzeug 1,3 Credits einbringen. Die Festlegung einer einheitlichen Definition für kleine E-Autos in den Vorschriften könnte es den EU-Mitgliedstaaten auch erleichtern, besondere Anreize für die Anschaffung solcher Modelle einzuführen.

Gerry meint
VW hat endlich begriffen dass man auch Kleinwagen braucht. 👍 Immerhin, besser spät als nie.
Hoffentlich kapieren das dann auch die vw-socialmedia-schreiberlinge aka daavidmari und co. 👍
Efahrer meint
Ich denke, dass das eine gute Entscheidung ist, denn gerade die kleinen Elektroautos sind ihren Verbrennerderivaten in der Reichweite oft unterlegen und müssen somit preislich attraktiv bleiben. Wenn die Leute dann auf ein E Auto umsteigen merken sie auch schnell, dass Reichweite gar nicht so wichtig ist, sondern es viele Vorteile des E Autos gibt und sie sogar noch Geld sparen können.
hu.ms meint
Der key-car vergleich mit japan ist bei 4,20m max. länge völig unsinnig.
Die dingen sollten für einen verglich max. 3,80m lang sein.
Für die vielen 2-pers. HH völig ausreichend. Langstrecken mit bahn oder mietwagen.
Aber da tanzt man nach der musik der hersteller.
CJuser meint
Skoda könnte mit einem elektrischen Fabia wohl noch Erfolg haben, aber bei Audi muss es denke ich etwas anderes werden. Nur weil elektrisch, wird ein Nachfolger vom A1 oder Q2 wohl nicht plötzlich erfolgreich laufen.
Future meint
In den beiden spanischen Quellen steht auch, dass sich in der Kommission vor allem die Länder Spanien und Frankreich sehr aktiv für die Einführung von M1E eingesetzt haben. Das ist eine sehr gute Entwicklung. Stellantis hat ja auch bereits die passende Fahrzeuge bis 4,20 Meter Länge im Regal stehen und verkauft diese sehr erfolgreich. Natürlich will auch VW davon bald profitieren und wird die Pläne für die Kleinwagen ausbauen. Sehr schlau ist auch, dass die Kleinwagen bei den CO2-Credits stärker gewichtet werden als die größeren Autos. Die Kleinwagenklasse wird endlich wieder wichtiger in Europa. Diese Einsicht der Kommission kommt spät – aber sie kommt und sie ist natürlich elektrisch.
CaptainPicard meint
Supercredits heißt ja nichts anderes als dass dafür auf der anderen Seite mehr Verbrenner verkauft werden dürfen. Das ist ja nichts positives.
Future meint
Ich hoffe, es werden weniger SUVs unf Kombis verkauft und mehr Kleinkram. Wer kauft denn noch Verbrenner … das ist bald vorbei.
hu.ms meint
An die 80% kaufen auspuff-autos.
Einfach mal auf die strasse gehen und die leute nach BEV fragen.
Das ist die REALITÄT – du schreibst hier nur THEORIE !
hu.ms meint
sind die 4,20m wirklich die einzige vorgabe.
Wie wäre es mit verzicht auf nicht sicherheitsrelevanten vorschriften.
Future meint
Darauf bin ich auch sehr gespannt. Vermutlich verhandelt darüber noch die Kommission mit Stellantis und VW.
CaptainPicard meint
Stellt sich auch die Frage wo die gebaut werden sollen. Wenn in den selben Fabriken dann erhöht sich ja die Gesamtzahl nicht und es werden entsprechend weniger VW gebaut werden.
Trotzdem sinnvoll wenn Audi einen elektrischen A1 rausbringt. Wie auch bei Mercedes und anderen Herstellern ist die Strategie das Einstiegssegment aufzugeben und auf Luxus zu setzen gescheitert. Wenn man bedenkt wie viele Millionen an Bonus die Manager bekommen haben denen dieser Unsinn eingefallen ist, obwohl jedes kleine Kind verstehen würde dass sich das nicht ausgehen kann wenn es alle Hersteller tun. Der Markt in der Oberklasse ist nicht unendlich groß.
ID.alist meint
In Martorell und Pamplona gibt es noch Luft nach oben. Und sollte der Skoda eher ein ID.1 Cousin sein, da hätte Pamela auch etwas Platz.
Da die Supercredits für das Gesamte Konzern gelten und nicht markenspezifisch sind, machen weitere Autos in dieser Klasse nur Sinn, wenn man erwartet damit mehr Autos in der klasse zu verkaufen, und nicht einfach nur um genauso viele Autos mit unterschiedliche Embleme zu verkaufen.
hu.ms meint
Es geht im artikel um kleinwagen (polo-klasse) und nicht um kleinstwagen (up).
CaptainPicard meint
Erst vor ein paar Tagen gab es ein Interview mit dem Skoda Chef wo er gesagt hat dass sie kein kleineres Elektroauto als den Epiq planen. Zeigt halt auch wie nutzlos all diese Statements sind wenn am nächsten Tag wieder alles anders sein kann.
MK2 meint
Diese ganzen Statements sind erstmal Marketing.
Unter der Annahme dass an diesen Gerüchten zumindest ein Fünkchen Wahrheit ist, wäre eine Möglichkeit: es wabern mal wieder Gerüchte von Sparprogrammen durch die Welt, d.h. da irrlichtert gerade McKinsey, BCG o.ä. bei VW. Auf den Folien steht irgendwo der Vorschlag eines Skoda-Kleinwagens, der noch lange nicht spruchreif und für den Skoda-CEO nicht sinnvoll ist.
Stefan meint
Ein Skoda Citigo-Nachfolger im Bereich eines ID.1 ist weiterhin nicht geplant. Der Elektro-Fabia wird kaum kürzer als ein Epiq sein.
hu.ms meint
Nochmal es geht oben um kleinwagen und nicht kleinstwagen wie den up.
David meint
Das war ja hier vor Jahren schon einmal berichtet worden, dass es den Konzernauftrag gab, die technische Basis zu entwickeln und erste Töchter schon an einem Produkt gefeilt hatten. Das war die Reaktion auf den Citroën Ami, der dann aber doch sein Potenzial weitgehend verschenkte. Die elektrische Isetta ging sogar in der Unfähigkeit ihrer Produzenten von alleine unter.
Aber mit den Definitionen der neuen EU Kei-Car Klasse M1E und den Supercredits dafür, spielt man VW in die Karten. Es hilft ungemein, dass man indessen Produkte für das A & B Segment im Portfolio hat und die Abmessungen damit korrespondieren. So kann man die vollen Skaleneffekte einfahren, aber trotzdem durch weglassen Geld sparen. Niemand will Airbags oder ESP entfernen. Aber blödsinnig piepende Assistenten, wenn du 3 km/h zu viel fährst oder nicht genau auf die Straße kuckst.
Bei der Gelegenheit muss man noch mal sagen, auch das ist ein Thema, was die Chinesen nie verstanden haben. Sie bauen die Autos in China nach den Regeln und Verhaltensweisen dort. Es ist bisher lokalen Vertretern nie gelungen, in der Zentrale zu erklären, dass sich der europäische Autofahrer durch das permanente Gebimmele, das man vorher nur von Tesla kannte, genervt fühlt. Insofern ahnen sie gar nicht das Thema, das ihre Einsteigermodelle in Europa bedroht.