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BYDs „Flash Charging“ könnte unter 60 Cent/kWh kosten

10.06.2026 in Aufladen & Tanken, Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 57 Kommentare

BYD-Flash-Charger

Bild: BYD

Der chinesische Stromer-Riese BYD plant die Expansion seines „Flash-Charging“-Netzwerks nach Europa. In Deutschland wurde bereits ein entsprechender Lader installiert – es handelte sich aber lediglich um eine temporäre Installation für ein internes Event, erklärte BYD Deutschland gegenüber dem Portal Electrive. Über den ersten regulären Einsatz hierzulande werde man informieren, sobald dies feststeht.

Die technologische Basis bildet die zweite Generation der Flash Charger. Die T-förmigen Stationen sind mit zwei Ladekabeln ausgestattet, die gleichzeitig in dasselbe Elektroauto eingesteckt werden können. Ein Schienensystem ermöglicht die Bewegung der Kabel, die aufgrund der integrierten Kühlung eher schwer sein dürften. Das System verspricht damit eine Ladeleistung von bis zu 1500 Kilowatt (kW), die BYD-Modelle mit den hauseigenen „Blade“-Batterien der zweiten Generation abrufen können.

„Eine Ladung von 10 auf 70 Prozent dauert lediglich fünf Minuten, während 10 auf 97 Prozent in nur neun Minuten möglich sind“, heißt es. „Selbst bei minus 30 Grad, Bedingungen, unter denen Ladevorgänge normalerweise drastisch verlangsamt würden, lädt der Flash Charger eine Blade-Batterie 2.0 in nur zwölf Minuten von 20 auf 97 Prozent.“ Die Flash Charger nutzen eigene Energiespeicher, um kurzzeitig die hohen Ladeleistungen bieten zu können und das Netz zu schonen. Ihre Installation soll dabei „so einfach wie die einer Klimaanlage“ sein.

Bei der Europapremiere der BYD-Premiummarke Denza im April wurde angekündigt, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate 6000 Flash-Charging-Stationen außerhalb Chinas eröffnet werden. Auf Europa sollen 3000 entfallen. In China wurden einer Meldung von Anfang März zufolge bereits 4239 Flash‑Charging‑Stationen installiert. Bis Ende des Jahres sollen in der Volksrepublik 20.000 dieser Stationen zur Verfügung stehen.

Seit Kurzem gibt es zur Preisgestaltung in Europa erste Informationen: Bono Ge, Chef von BYD UK, gab gegenüber Medien an, dass man unter 50 Pence pro Kilowattstunde (kWh) bleiben möchte – das entspricht aktuell 58 Cent. Zum Vergleich: Deutschlands führender Betreiber von öffentlichen Schnellladern EnBW verlangt in seinem aktuellen Grundtarif ohne monatliche Grundgebühr 56 Cent pro kWh.

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Via: Autocar & Electrive
Tags: China, Europa, Ladestationen, Preise, SchnellladenUnternehmen: BYD
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    10.06.2026 um 19:48

    In Wirklichkeit wissen wir doch, wie das ausgeht: So wie das Wechselstationennetz von Nio. Da gibt’s dann irgendwann 100 Stationen in Europa und davon 15 in Deutschland und die sind genau da, wo sie niemand braucht.

    Da, wo man sie braucht ist eine ganz normale Station. Lösung: sich die Ruhe antun, das Ladennetz wird ja immer schneller. Jetzt gibt es schon eine Reihe 400er und die ersten 600 er sind schon am ausrollen. Es ist hier also nicht so, dass sich nichts tut, wenn man Vielfahrer per Elektroauto ist. Aber dann wird man sowieso keinen Tsching Bumm kaufen.

    Viel wichtiger ist, dass jetzt viele Einkaufszentren massiv Ladesäulen bekommen. Ich war heute bei Kaufland, ist eigentlich nicht mein Markt. Aber die haben die gesamte mittlere Parkreihe voll von Total-Ladern, entweder 200 kW oder 50 kW. Absolut sinnvoll. Du machst den Wocheneinkauf, und währenddessen lädt das Auto voll.

    Antworten
  2. Paul meint

    10.06.2026 um 19:15

    Nein beim EnBW kostet das laden ohne Abo nicht 56ct/kWh. Dafür muss ich ein kostenloses Abo mit 1 Monat Mindestvertragslaufzeit abschließen. Ohne Vertrag kostet erheblich mehr.

    Antworten
    • M. meint

      11.06.2026 um 15:40

      Krass.
      Und was kostet dich dieses kostenlose Abo?
      Wehe, du vergisst, das zu kündigen…

      Antworten
  3. Anti-Brumm meint

    10.06.2026 um 16:33

    Mit der Anschlussleistung eines mittleren Konzertsaals pro Ladestation frage ich mich, wie die Infrastruktur dahinter aussehen muss. Mittelspannungsnetz oder eine Akkufarm in der Größe eines EFH?

    Antworten
    • Leon meint

      10.06.2026 um 20:09

      https://youtu.be/ajim7KF30jE?is=-LVLQNKFD-xf9hYF

      In diesem Video wird alles zu den Ladern und auch der dahinter steckenden Technik erklärt. Kurzfassung: nicht der Platz eines Einfamilienhaus noch Mittelspannungsanschluss nötig.
      300kW reichen dank Speicher mit BYD Blade 2.0 Zellen aus.

      Antworten
      • M. meint

        11.06.2026 um 14:46

        300 kW wäre die Leistung.
        Wie sieht es mit der Kapazität aus?

        Antworten
    • Futureman meint

      10.06.2026 um 21:23

      Dank eingebauten Akku soll wohl ein normaler Hausanschluss ausreichen. Denn BYD hat die Akkus selbst im Haus und kann den passenden Speicher günstiger (und schneller) bauen als andere einen ausreichenden Netzanschluss beantragen können.

      Antworten
    • Winchester meint

      10.06.2026 um 23:05

      Artikel gelesen? Die Station hat eine Pufferbatterie. Die Netzanschlussleistung kann damit viel geringer ausfallen, 100kW reichen.

      Antworten
      • brainDotExe meint

        11.06.2026 um 11:20

        Nicht bei viel Betrieb.

        Antworten
        • Winchester meint

          11.06.2026 um 15:56

          Stimmt, aber der viele Betrieb existiert nun mal noch nicht. Man kann ja nicht immer für einen Zustand etwas aufbauen, der vielleicht einmal in Zukunft eintreten wird. Bei Engpässen wird dann eben der Pufferspeicher oder Netzanschluss erweitert.

    • Jörg2 meint

      11.06.2026 um 07:20

      Artikel gelesen?
      Im Artikel ist von Puffer-Akku zu lesen.

      Ich unterstelle, dass die Errichter die jeweilige nationale Infrastruktur kennen.

      Antworten
    • Deity meint

      11.06.2026 um 08:12

      BYD gibt an, dass für die hohen Ladeleistungen entsprechende Zwischenspeicher verwendet werden um den Netzanschluss effektiv niedrig zu halten.

      Und so groß wie ein EFH muss der Speicher dann nicht sein, du musst ja meist nur die Strommenge für ein PKW bereithalten, lass es mit Puffer 200kWh sein. Und Wenn 100kWh in den Fußboden eine Autos passen, kannst du die vereinfacht die Größe vorstellen die notwendig ist.

      Antworten
    • Mäx meint

      11.06.2026 um 08:19

      Pro Terminal (also 2 Ladestecker) stehen 370kWh an Speicher zur Verfügung.
      Damit lässt sich dann entsprechend die Anschlussleistung verringern.
      Sagen wir mal 1MW pro Terminal, das hat ein Ionity Hub mit 6 Ladestationen auch.
      Und weil man eben nur 5-10 Minuten lädt, hat man trotzdem ähnlich viel Durchsatz wie so ein Ionity Hub.

      Antworten
    • FrankyAC meint

      11.06.2026 um 08:47

      Gute Frage, wo die Netzbetreiber doch seit Jahrzehnten nur jammern und kassieren, statt auszubauen.

      Antworten
    • Peter meint

      11.06.2026 um 09:21

      Sie haben Akkus dahinter stehen. So wurde es zumindest bei der Erst-Präsentation von Denza / BYD realisiert, es gibt auch deutschsprachige YT-Videos dazu.
      Die Umsetzung mit Akkus als Puffer ist vermutlich nicht nur im Anfangsinvest preiswerter, sondern auch generell der netzdienlichere Weg und kann über „Pufferfunktionen“ für das Netz vielleicht auch als eigenes Geschäft einen Teilbetrag zur Gesamt-Wirtschaftlichkeit des Standorts beitragen.

      Antworten
  4. MK meint

    10.06.2026 um 16:05

    Und was bringt mir das?
    Fahre ich in den Urlaub, kann ich dann an der Autobahnraststätte vielleicht binnen 5 Minuten laden. Heißt aber: Ich bleibe neben dem Auto stehen und kann die Zeit nicht effizient anders nutzen. Danach fahre ich vom Ladeplatz 50 m weiter zum Parkplatz und gehe dann was essen…der typische Nachteil des Verbrenners in die BEV-Welt übertragn…na Glückwunsch.
    Da stelle ich mein Auto doch lieber ab, schließe es an, esse ganz entspannt und bin dann nach 30 Minuten wieder am Auto ohne Umparken zwischendurch.

    Antworten
    • Freak_dd meint

      10.06.2026 um 16:37

      Mit dem „5-Minuten-Laden“ kannst gleich weiter fahren und musst Du nichts mehr essen ……..das bringt Dir das ! Glückwunsch !

      Genau so muss das !

      Antworten
      • M. meint

        10.06.2026 um 19:29

        Man muss eh nichts essen.
        Nie.
        Dann lebt man zwar nicht lange, aber das muss ja jeder selbst wissen.
        ;-)

        Antworten
      • MK meint

        11.06.2026 um 08:37

        @Freak_dd:
        Ich will aber doch was essen. Auch mit Verbrenner habe ich nach spätestens 4 Stunden immer mindestens 30 Minuten Pause gemacht. Und wenn wir mit unserem Hund unterwegs sind, dann sowieso, damit der mal einen Spaziergang bekommt.

        Antworten
        • Winchester meint

          11.06.2026 um 12:09

          Also ich will nicht, das der Ort an dem ich lade auch der sein muss an dem ich esse. Beispiel: Nur weil es an der Ladestation direkt einen McDonalds gibt, will ich nicht unbedingt auch dort hin. Man geht halt hin, um bei den aktuellen Ladegeschwindigkeiten nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

        • MK meint

          11.06.2026 um 13:58

          @Winchester:
          Auch Sie machen den Fehler vom einer Welt auszugehen, wie sie heute ist mit einem Verbrenneranteil von 96%. Ich bin fest davon überzeugt, dass es in wenigen Jahren keine größeren öffentlichen Parkplätze mehr ohne Ladesäule geben wird und die Überlegung, wo ich lade, keinerlei Einschränkung bei der Frage, wo man isst, bedeuten wird.

        • Winchester meint

          11.06.2026 um 15:51

          Laden kann man heute schon quasi überall. Das ist nicht das Problem. Die Frage ist eher ob mir der Anbieter und v.a. die Ladepreise passen. Die meisten haben sich doch für genau einen Anbieter entschieden und wollen dann auch genau dort laden um Geld zu sparen. Und dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Ob sich das so schnell ändern wird? Hoffen wir es, aber ich halte diese Annahme für sehr optimistisch.

        • MK meint

          12.06.2026 um 13:54

          @Winchester:
          Ich denke schon, dass sich das ändern wird. „Mischparks“ mit Ladesäulen mehrerer Anbieter gibt es immer häufiger und selbst Tesla beteiligt sich daran. Bei uns in Marburg stehen auf dem Messeplatz am Rand auf einer Länge von vielleicht 30 m auch Säulen von drei verschiedenen Anbietern…einer davon ist Stark Energy, die Adhoc-Laden mit EC-Karte für 55 ct anbieten.
          Und ansonsten ist es ja in Zeiten, wo sich Leute für alles mögliche Apps installieren, auch kein Problem, zwei oder drei Apps zu haben…ich habe auch die EnBW-App, obwohl ich sie noch nie genutzt habe. Wenn ich mal unterwegs lade, bin ich bisher immer mit EWE hingekommen. Und sonst daheim halt die heimischen Stadtwerke über die Lichtblick-App.

    • M. meint

      10.06.2026 um 16:49

      Eben.
      Auch wenn es technisch sehr beeindruckend ist, löst es kein Problem, sondern schafft eins, indem es einen dazu zwingt, beim Auto zu bleiben, wenn man es nicht in 8 oder 9 Minuten schafft, die Blase zu leeren und den Magen zu füllen.
      Oder sagen wir: das ist das Ladesystem für Leute, die gerne tanken, oder die IMMER an öffentlichen Ladesäulen laden müssen. Aber die brauchen das im 20.000 Euro-Auto, und besser noch im 10.000 Euro Gebrauchtwagen. Der Denza für >100k€ endet im Erstbesitz nicht unter der Laterne, sondern neben der Wallbox, und da ist die Ladeleistung völlig uninteressant.

      Antworten
      • Mäx meint

        11.06.2026 um 08:25

        Der Denza ist ja aber nicht der einzige der das bekommt.
        Er ist nur der erste der das auch in Europa bekommt.
        BYD sagt, dass alle Modelle flash charging bekommen werden.
        Der günstigste bisher ist meine ich der Atto 3, hierzulande ab 45k (aber noch das alte Modell)
        Klar sind das keine 20k, aber schon mal die Hälfte von 100k.

        Antworten
        • M. meint

          11.06.2026 um 17:52

          Die Hälfte von 100k sind halt immer noch 2,5x 20k.
          Das ist keine Spanne, die das interessant macht.
          Und dann ist der Atto3 (der gerade neu kam, und das ohne FlashCharging, sondern mit 10-80 = 25 Min.) weder in der Breite im Bestand, mit dem Wunderakku gar nicht, und erst recht nicht auf dem Gebrauchtwagenmarkt, und wird es so schnell nicht sein – und da spielt die Musik.

          Letztlich habe ich aber auch keine Lust, 10 Minuten neben einem Auto zu stehen. Beim Tanken stehe ich (für den reinen Tankvorgang) 2 Minuten. Den Bezahlvorgang kann man ausklammern, wenn man will – das macht nur nur so, um die Leute in den Kiosk zu bekommen, wo das eigentliche Geld verdient wird. Wir haben hier auch eine Supermarkttankstelle ohne diesen Kiosk, und da zahle ich bei der Ausfahrt via EC, es gibt auch Tankautomaten, wo man direkt bezahlt.
          Und dank Reichweiten von ca. 1000 km mache ich das (im deutschen Durchschnitt, nicht speziell ich) 1x im Monat. Bei 60 kWh = 330 km (Jahresmittel) mache ich das 3x. Selbst wenn der Verbrenner nur 650 km schafft, steht es hier noch 2:1, und das ist nur die Häufigkeit, nicht die Zeit.
          Klar ist das besser als 3x 30 Minuten. Aber es ändert nichts daran, dass es Zeit kostet – weniger, ja. Aber es kostet noch immer Zeit, die AC über Nacht nicht kostet. Das ist der eigentliche Hebel, auch wenn es manche nicht hören wollen.
          Und: wenn es „unter 60 Cent“ kosten soll – was heißt das? 30 Cent, oder 59? Für 59 Cent ist das Thema dann auch durch, weil 100 km mit Ladeverlusten dann doch wieder 12 Euro kosten (18,x kWh im Jahresmittel * 0,59 * 1,1 für Ladeverluste). Selbst wenn es nur 10 Euro sind – der Gamechanger wird das so nicht. 30 Cent zu Hause (Garage, Tiefgarage, Carport, öffentliche Ladesäule in Wohnortnähe, ist eigentlich egal) macht < 7 Euro, ist da einfach eine andere Nummer.

          Wo es was bringt: am 400 kW-Lader die 400 kW halt einfach mal durchziehen, bis 80%, das ist stark. 0-80 in 12 Minuten… ok, ich wäre noch nicht soweit, dann lädt er halt bis 94% weiter und macht dann die Strecke, der der iX3 mit 80% macht. Bringt mir selbst zwar auch nichts, aber trotzdem. Das ist gut.
          Gilt aber nun auch nur für den Denza mit 122 kWh-Akku. Halber Akku, halbe Ladeleistung, bei gleicher C-Rate.

      • MK meint

        11.06.2026 um 08:41

        @M.
        Und ich fahre 45.000 km im Jahr und lade zu 100% an öffentlichen Säulen und muss sagen: Auch mir würde es eher Nach- als Vorteile bringen.

        Antworten
        • Jörg2 meint

          11.06.2026 um 13:11

          „Und ich fahre 45.000 km im Jahr“

          Mein Beileid!
          Und dann noch die Zeit in Foren zu posten…

        • MK meint

          11.06.2026 um 14:23

          @Jörg2:
          Ja, schon krass oder? Wenn ich Ihnen dann auch noch verrate, dass ich Vollzeit arbeite, verheiratet bin und einen Hund habe, mit dem ich rund 2 stunden am Tag draußen unterwegs bin.
          Ich verrate Ihnen mal ein Geheimnis: So eine Woche hat 168 Stunden…da passt einiges rein ;)

        • M. meint

          11.06.2026 um 14:50

          Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.

    • Jörg2 meint

      10.06.2026 um 17:10

      Dem Nächsten bringt es etwas, wenn Du nach 5 Minuten die Ladesäule freimachst.

      Mit einer Ladezeit von 5 Minuten ist man im gewohnten Bereich der Tankerei von Verbrennern. Solche Säulen können helfen, die BEV-Problematik in Ballungszentren mit hohem Mieteranteil zu lösen.

      Muss einen aber alles nicht interessieren. Wenn jeder nur an sich denkt, ist ja auch an alle gedacht.

      Antworten
      • MK meint

        11.06.2026 um 08:40

        @Jörg2:
        Dabei gehen Sie von der Annahme aus, dass es nur so viele Ladesäulen gibt wie es bisher Zapfsäulen gibt. Aber warum soll in Zukunft nicht jeder einzelne Parkplatz auf Autobahnraststätten eine Ladesäule haben?
        Wenn ich Netzanschluss und/oder Speicher habe, um 5 Ladesäulen mit 1 MW Strom zu versorgen, kann ich genauso gut auch 25 mit 200 kW oder 50 mit 100 kW versorgen.

        PS: Die BYD Technik geht ja explizit davon aus, Speicher in der Ladesäule zu haben. Die funktioniert also überhaupt nur dann, wenn es zwischen den ladenden Fahrzeugen genügend Pausen gibt, in denen die Ladesäule von niemandem genutzt wird.

        Antworten
        • Jörg2 meint

          11.06.2026 um 10:39

          MK

          „Dabei gehen Sie von der Annahme aus, dass es nur so viele Ladesäulen gibt wie es bisher Zapfsäulen gibt.“

          Ich finde es immer überraschend, wenn fremde Leute wissen, was ich denke, was ich annehme… ohne es geäußert zu haben. Als Anamnesekriterium spannend.

          Ich gehe davon aus, dass der zufällig 6 Minuten später zu dieser Ladesäule kommende, sich darüber freuen könnte, dass die Säule frei ist.
          Weiterhin gehe ich davon aus, dass der Hersteller in der Lage ist, die Speicherkapazität seiner Säulen den örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

        • MK meint

          11.06.2026 um 14:19

          @Jörg2:
          Naja, wenn es mehr Ladesäulen gibt, ist der Bedarf ja gar nicht da, dass die, an der ich geladen habe, wieder frei gemacht wird: Dann fährt der halt an eine andere. Wie Sie gehe ich nämlich auch davon aus, dass Betreiber sich dem örtlichen Bedarf anpassen können. Heißt: Wenn eine Autobahnraststätte mit 100 PKW-Stellplätzen heute 2 Ladepunkte hat, hat sie in 2 Jahren vielleicht 10 und in in 15 Jahren hundert Ladepunkte…nämlich einfach an jedem Stellplatz einen und niemand muss umständlich umparken auf einen Parkplatz ohne Lademöglichkeit um einen der wenigen mit für jemand anderen frei zu machen. Und wenn alle 100 belegt sind, würde auch das schnellere Laden nichts bringen, weil ich dann ja nicht plötzlich nicht mehr auf Toilette muss oder keinen Hunger mehr habe und demnach trotzdem weiterhin auf dem Parkplatz der Raststätte stehen bleibe.

      • Gernot meint

        11.06.2026 um 08:59

        «Dem Nächsten bringt es etwas, wenn Du nach 5 Minuten die Ladesäule freimachst.»

        Das hast Du nicht zu Ende gedacht. Für eine Ladesäule mit 1500 kW kann man auch 5 Säulen a 300 kW hinstellen. In beiden Fällen haben dann in 25 Minuten 5 Autos nachgeladen. Und da in den nächsten 10 Jahren die Mehrheit der BEV garantiert nicht mit 1500 kW laden kann, sind 5 Säulen a 300 kW die sinnvollere Lösung.

        1500 kW für PKWs sind einfach kompletter Schwachsinn. Das löst keine echten Probleme, belastet die Batterie und es muss unnötig teure Leistungselektronik dafür verbaut werden. Mit einer 100-kWh-Batterie schafft ein BEV auch im Winter 300 Autobahnkilometer. Wenn dann in 15 Minuten 70 kWh nachgeladen sind (= durchschnittlich 280 kW LAdeleistung), ist alles gut.

        Wir haben doch jetzt schon die Situation, dass Fahrzeuge daraufhin optimiert werden, auf dem Datenblatt eine möglichst hohe Peak-Ladeleistung auszuweisen, die praktisch nichts bringt. Die wird dann unter idealen Laborbedingungen für 1 Minute gehalten und fällt dann stark ab. Beim Cupra Tavascan wird z.B. regelmäßig kritisiert, dass er nur mit max 135 kW lädt. Ein BYD Tang lädt mit 170 kW, also vermeintlich schneller. Ein Tesla M3 RWD lädt mit max. 175 kW. Die Ladekurve beim Tavascan ist aber erheblich besser und die Durchschnittsladegeschwindigkeit von 10-80% ist höher als beim BYD und beim Tesla. Das ist der praxisrelevante Wert, der aber kaum eine Rolle spielt, weil man im Marketing mit völlig irrelevante Peakwerten um sich wirft. Das ist wie früher bei Kameras der völlig unsinnige Megapixelwahn.

        Antworten
        • Jörg2 meint

          11.06.2026 um 12:08

          Gernot

          „Und da in den nächsten 10 Jahren die Mehrheit der BEV garantiert nicht mit 1500 kW laden kann, sind 5 Säulen a 300 kW die sinnvollere Lösung.“

          Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft bringt und ob es immer Platz für 5 Ladesäulen gibt.

          Meine Erfahrung der letzten 10 Jahre: Die Ladeleistung und Leistungsfähigkeit der Säulen hat (vs. vor 10 Jahren) massiv zugenommen. Platz ist oft rar.

          Bitte nochmal mit dem System beschäftigen.

          Es sind ZWEI Ladekabel. Da können ZWEI Autos ran. Die laden dann im aktuell oberen Leistungsbereich.

        • MK meint

          12.06.2026 um 13:57

          @Jörg2:
          Damit sind wir dann wieder bei meinem vorherigen Punkt: Dadurch, dass ein Auto schneller geladen wird, brauche ich nicht kürzere Zeit einen Parkplatz…ich parke trotzdem genauso lange. Und so lange es einen Parkplatz gibt, kann ich da auch eine Ladesäule hinstellen.

        • MK meint

          12.06.2026 um 14:02

          @gernot:
          Sehe ich vollkommen genauso:
          Ich habe den Elroq mit 175 kW Ladeleistung bestellt. Bekommen habe ich 135 kW, weil wegen der hohen Bestellzahlen die 175 kW-LG Akkus dann plötzlich Cupra und VW vorbehalten waren und ich dann als Ersatz einen gleich großen CATL bekommen habe. Hat mir immerhin einen netten Zusatzrabatt nach Bestellung gebracht ;)
          Wenn ich den im Winter vorkonditioniert mit 10% anschließe, ist der in unter 30 Sekunden bei der Spitze von 135 kW und hält die so bis rund 65%. erst danach fällt es langsam ab und erst bei über 90% bricht es vollkommen ein (da geht es dann tatsächlich auf 50 kW…aber wie oft muss man schon beim unterwegs nachladen auf 100% laden?)

    • Tim Leiser meint

      10.06.2026 um 17:24

      Ich denke, dass man auch an herkömmlichen Ladestationen laden kann. Manchmal möchte ich aber, dass es schnell geht. Zum Beispiel wenn ich im Urlaub war oder in einer anderen Stadt und dort den Akku leer gefahren habe. Wenn ich dann zurück möchte, möchte ich nicht nach 10 Minuten direkt eine 30 Minuten Pause machen. Dann möchte ich den Wagen so schnell wie möglich voll bekommen und dann meine 3 Stunden durchzufahren. Und dann kann ich ja in Ruhe mit 150 KW laden.

      Antworten
      • MK meint

        11.06.2026 um 08:48

        @Tim Leiser:
        Das geht aber von der Annahme aus, dass am Urlaubsort der Parkplatz Ihres Hotels/Ihrer Ferienwohnung keine Wallbox hat. Geben Sie dem ganzen mal noch ein paar Jahre, dann wird es solche Fälle nicht mehr geben…

        Antworten
      • M. meint

        11.06.2026 um 14:57

        Tim,
        jaaahrelang hat man den Verbrennerfahrern hier eingebleut, dass man ein Auto nicht nach dem Urlaub kauft. Weil: Pausen braucht jeder, wenn das Auto steht kann es laden, usw.
        Aber kaum kommt der erste Flashlader um die Ecke, greift man die Verbrennerlogik wieder auf und bestätigt, was man über Jahre dementiert hat.
        Ist das logisch?

        Antworten
    • hu.ms meint

      10.06.2026 um 17:28

      Es sind die selben 5min. wie beim stinker tanken.
      Wie machen es wohl diese mio. ?
      Die entwicklung geht immer weiter !
      Neues hat seinen preis, wird aber von den kaufkräftigen ca. 30% angeschafft.
      Wer nicht weiterentwickelt (z.b. tesla), wird diese kaufinteressenten einfach verlieren.

      Antworten
      • MichaelEV meint

        10.06.2026 um 19:49

        Es ist nett, wenn man die Option dafür hat (für seltene Fälle, deshalb mündet es in Masse natürlich nicht in zusätzlicher Zahlungsbereitschaft für ein solches Feature). Und es wird zu einer deutlichen Verschlechterung, wenn es zum Zwang wird und damit zu einem Verlust von 5 Minuten führt (wie hier zwangsläufig).
        Bei deinem falschen Argument könntest du aber trotzdem auch einfach VW anführen (wo mit MEB über mehrere Jahre hinweg eine Besserung meines Wissens ausgeschlossen ist).
        Was für die Masse wirklich relevant ist, ist eine selbst in den Peaks zuverlässig verfügbare Ladeinfrastruktur.

        Antworten
      • MK meint

        11.06.2026 um 08:43

        @hu.ms:
        Das ist doch genau der Punkt, auf den ich hinauswollte: Die „Weiterentwicklung“ ist für mich doch in dem Fall grade, nicht zu einem Ort nur fürs Laden extra hin zu fahren und dann zum Parkplatz zu fahren, auf dem ich parken will, sondern direkt den Parkplatz anfahren zu können und direkt da zu parken.

        Antworten
        • hu.ms meint

          11.06.2026 um 12:38

          Komisch, ich suche mir immer eine ladesäule mit restaurant oder park / wald daneben. Gerne 5 min. von der AB runter dafür.
          Ich fahre ja in den Urlaub und da gehört die entspannte anfahrt schon dazu.

        • MichaelEV meint

          11.06.2026 um 13:42

          Ist doch das, was er damit meint. Laden und Pause an der selben Stelle. Mit einem separierten Ladevorgang, auch wenn der 5 Minuten dauert, geht Zeit und Komfort verloren.
          Ist schon seltsam, dass du den 5 Minuten Ladevorgang als harten Vorteil darstellen willst und dem gleichzeitig mehrfach selber widersprichst.

        • MK meint

          11.06.2026 um 14:29

          @u.ms:
          Wie MichaelEV schon sagt: Ihre Aussage ist ja eher ein Argument FÜR meine Aussage und nicht dagegen. Genauso mache ich es nämlich auch: ich suche mir was schönes aus, stelle mein Auto ab, schließe das auf dem Parkplatz des Restaurants an, wo ich essen will und gehe ganz entspannt essen. Da ein „paar Minuten“ länger sitzen zu bleiben nach dem Essen oder mit dem Hund durch den von Ihnen angesprochenen Wald zu laufen, weil ich Zeit habe, ist für mich Entspannung. Die gleichen paar Minuten neben meinem Auto zu verbringen, während der Hund schon im Kofferraum rumtrampelt, weil er denkt, dass es endlich mal raus geht, finde ich da eher unangenehm…

    • Andreas meint

      10.06.2026 um 18:40

      Ganz einfach: Endlich wieder Pause machen, wo es schön ist und nicht zwingend dort wo eine Ladestation steht.

      Antworten
      • MK meint

        11.06.2026 um 08:46

        @Andreas:
        Der Trick ist doch: Schon heute gibt es an viel mehr Orten Ladesäulen als Tankstellen…und das bei grade mal 4% BEV-Anteil. Und Entwicklungen wie bidirektionales Laden kommen erst noch. Daher denke ich, dass langfristig einfach JEDER Ort, wo ich Autos legal abstellen darf auch entsprechende Ladesäulen hat.

        Antworten
    • Futureman meint

      10.06.2026 um 21:25

      Es ist halt für alle gedacht, die 1000km in 8 Stunden fahren wollen.

      Antworten
  5. Htr35 meint

    10.06.2026 um 13:37

    5min Laden das passt. Dann würde mir auch ein 60er Akku für den Urlaub reichen.

    Antworten
  6. Htr35 meint

    10.06.2026 um 13:36

    5min Laden das passt. Dann würde mir auch ein 60er Akku für den Urlaub reichen.

    Antworten
    • hu.ms meint

      10.06.2026 um 17:30

      Ich mache alle 300km 20min. pause. Da reichen auch 150 kwh ladeleistung.
      Wer bei den anfahrt hetzt, hat urlaub nicht verstanden.

      Antworten
      • MK meint

        11.06.2026 um 08:44

        @hu.ms:
        genau so sehe ich es auch…wenn die Fahrt in den Urlaub stressiger ist als der letzte Arbeitstag vorm Urlaub, hat man was falsch gemacht…der Tag soll doch schon Teil der Entspannung sein, damit man schon entspannt am Urlaubsort ankommt.

        Antworten
      • Peter meint

        11.06.2026 um 09:27

        Ich persönlich fahre familiär bedingt regelmäßig knapp 500km Autobahn. Oft mit einer nur ganz kurzen Pause da drin. Da passen mir 5 Min. Ladezeit oder 600km-Autobahnreichweite (wg. Degradation) sehr gut. Ich sehe aber ein, dass es auch andere Bedarfe gibt. Insofern denke/hoffe ich, dass es in Zukunft verschiedene Systeme am gleichen Standort (je nach Infrastruktur drumrum) nebeneinander gibt, die 45-Minuten-Lader, die 25-Minuten-Lader und die Sprint-Lader.

        Antworten
        • M. meint

          11.06.2026 um 15:03

          Solange wir die Zelltemperaturen beim Flashcharing nicjt kennen, wissen wir auch nichts über die Degradation.
          Auf der einen Seite denke ich schon, dass BYD den Innenwiderstand reduzieren konnte, um diese Ladeleistungen überhaupt zu realisieren. Aber es könnten auch Überlegungen eingeflossen sein, dass Flashcharging in der Praxis nur selten vorkommt, und das Auto in Wahrheit- wie andere Autos auch – meistens eher AC laden, wenn es sowieso steht.

        • hu.ms meint

          12.06.2026 um 09:36

          Ja Peter,
          wir sind mal wieder bei den sehr unterschiedlichen nutzungsprofilen angekommen.
          Entsprechend kauf eben jeder, der sich vorher schlau mach, das passende BEV-modell.
          Ich bin keine 10 mal p.a. an einem schnellader.

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