Albrecht Reimold, Vorstand für Produktion und Logistik bei Porsche, geht mit 65 Jahren und zum Ablauf seines Vertrags in den geplanten Ruhestand. Mehr als zehn Jahre stand der gelernte Werkzeugmacher und Diplom-Ingenieur der Produktionstechnik an der Spitze des Vorstandsressorts des Sportwagenherstellers. Im Abschiedsinterview mit der Automobilwoche sprach Reimold unter anderem über die gebremste E-Auto-Strategie der Volkswagentochter.
Die Integration der Elektroauto-Reihe Taycan im Stammwerk in Zuffenhausen sei einer der Höhepunkte seiner Karriere bei Porsche gewesen. „Es war nicht nur ein neuer Fahrzeuganlauf, sondern ein tiefgreifender Wandel für den gesamten Standort“, so Reimold.
Die Automobilwoche fragte den scheidenden Vorstand, ob es rückblickend ein Fehler gewesen sei, bei Porsche „voll auf E-Mobilität“ zu setzen. Das Management rund um den damaligen Chef und weiter den Mutterkonzern Volkswagen leitenden Manager Oliver Blume wollte, dass perspektivisch nur noch der 911er als klassischer Verbrenner angeboten wird. Der Taycan kam zwar anfänglich gut an, verkauft sich inzwischen aber nicht mehr so gut und die Produktion wird dieses Jahr teilweise unterbrochen. Die neuen, rein elektrischen Versionen von Macan und Cayenne sind ebenfalls keine Verkaufsschlager.
Die Nachfrage nach Vollstromern im Premiumsegment ist allgemein schwächer als erwartet. Porsche bringt deshalb neue Benzinmodelle, setzt wieder länger auf Verbrenner und überdenkt aktuelle wie geplante neue E-Autos. „Wir haben früh erkannt, dass Elektromobilität ein wesentlicher Bestandteil der Mobilität der Zukunft sein wird. Daran hat sich nichts geändert“, sagte Reimold nun der Automobilwoche. Mit dem Wissen von heute hätte man manche Marktannahmen vielleicht vorsichtiger bewertet. Die Entwicklung verlaufe in vielen Regionen langsamer als erwartet.
„Heute profitieren wir davon, dass wir flexibel agieren können“
„Aber ich bin weiterhin überzeugt, dass es richtig war, die notwendigen Kompetenzen und Technologien frühzeitig aufzubauen. Heute profitieren wir davon, dass wir flexibel agieren können“, erklärte der Branchenveteran. Allerdings fragt der Markt auch die Plug-in-Hybride und reinen Verbrenner von Porsche nicht mehr so stark wie in den letzten Jahren nach. Vor allem der Einbruch in China ist schwer verdaubar für das Unternehmen und ließ den Gewinn einbrechen. Der neue CEO Michael Leiters will Porsche nun umbauen und sparen, letzteres auch beim Personal.
„Natürlich freut sich kein Produktionsvorstand über eine geringere Auslastung. Aber solche Phasen gehören zum Wirtschaftsleben dazu und sind kein Grund zur Resignation“, meinte der abdankende Fertigungsvorstand zu der aktuellen Situation. Wichtig sei, wie man darauf reagiert. Man habe in den vergangenen Jahren sehr viel Flexibilität aufgebaut und könne dadurch auf Veränderungen im Marktumfeld reagieren.
Danach gefragt, ob der Taycan vor dem Aus stehe, unterstrich Reimold: „Der Taycan ist und bleibt ein bedeutendes Fahrzeug für uns. Er hat für Porsche technologische Maßstäbe gesetzt und wesentlich dazu beigetragen, die Marke in die Elektromobilität zu führen.“ Märkte und Kundenbedürfnisse entwickelten sich unterschiedlich, deshalb habe man in einzelnen Regionen die Variantenvielfalt an die Kundennachfrage angepasst.
Als Nächstes steht bei Porsche die Einführung der neuen 718-Reihe an, die rein elektrisch angeboten wird. Einige meinen, Boxster und Cayman nur als Vollstromer anzubieten, wird nicht funktionieren. Porsche zieht das Projekt aber durch – man arbeite „mit Hochdruck“ an der Umsetzung, sagte Reimold. „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass auch der elektrische 718 die markentypischen Eigenschaften mitbringt, die einen Porsche ausmachen.“ Sobald er verfügbar ist, werde er sich sicher einen kaufen.
-16 Prozent weniger Auslieferungen im ersten Halbjahr 2026
Porsche hat im ersten Halbjahr in Summe 122.306 Fahrzeuge in Kundenhand übergeben. Das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent. Im Heimatmarkt Deutschland gingen die Auslieferungen um 6 Prozent zurück, in Europa (ohne Deutschland) um 14 Prozent, in Nordamerika um 13 Prozent und in China sogar um 32 Prozent. Die Übersee und Wachstumsmärkte zeigten ein Minus von 18 Prozent.
Eine belastbare Prognose des künftigen Absatzvolumens wäre aktuell nicht seriös, meinte Reimold. Die Rahmenbedingungen blieben anspruchsvoll. Gleichzeitig verfüge Porsche über eine sehr attraktive Modellpalette und eine starke Marke. Entscheidend sei ohnehin nicht das Volumen, sondern die richtige Balance aus Wachstum, Profitabilität und Exklusivität passend zur Marke.
Abschließend erklärte Reimold, dass er sich sicher sei, dass sein Nachfolger Christian Friedl „sehr genau weiß“, welche Schwerpunkte er mit seinem Team setzen muss. Sicherlich gehe es vor allem darum, die Transformation der Automobilindustrie weiter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit der Porsche-Standorte zu stärken. „Die kommenden Jahre werden anspruchsvoll bleiben. Gleichzeitig verfügt Porsche über hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, starke Produkte und eine enorme Innovationskraft. Das sind beste Voraussetzungen für die Zukunft.“

wiesmaim meint
Erstmal gehört dieses Vierpunkt-Tagfahrlicht weg, gefällt ja nichtmal den Chinesen
Jörg2 meint
„Das wollte aber der Kunde nicht. Und in der Tat muss man nun einmal den Kundenwunsch akzeptieren, wenn man Geschäfte machen will.“
Das zeigt exemplarisch, dass „BEV“ weder von Porsche noch von der hier schreibenden Titanic-Musikbox verstanden ist.
Tesla hat keine BEV entwickelt um einen alten Kundenstamm von BEV zu überzeugen.
Die Lieblingsunternehmen von VW in dem Bereich, Rivian und XPeng, haben keine BEV entwickelt um alte Kundenstämme vom BEV zu überzeugen.
Es ging IMMER um neue Kunden, denen der Wurm schmecken musste.
Porsche hatte und hat keine ausreichenden Ideen (und damit BEV-Produkte), die im Porsche-Marktsekment, neue Kundenkreise generieren.
Wer ein potentes BEV für die normale Strassennutzung möchte, muss nicht zu Porsche, muss nicht deren Preise zahlen. Er wird offenbar sehr gut woanders fündig.
M. meint
„Tesla hat keine BEV entwickelt um einen alten Kundenstamm von BEV zu überzeugen.“
Wie auch.
Aber gut, dass du anerkennst, dass Firmen mit Bestandskunden da so nicht rangehen können.
Einen Porsche kauft aber keiner, weil der „potent“ ist. Ein Geradeausbeschleuniger ist einfach, aber auch gähnend langweilig. 1000 PS, 2000, 5000,… wen interessiert’s? Diese Autos werden nicht sachlich gekauft, kein Mensch würde für einen Bugatti 3,8 Mio. hinlegen, weil der 1800 PS hat – aber trotzdem ist jedes Auto verkauft, bevor es gebaut wird. Der Tourbillion ist seit 1 Jahr ausverkauft, die letzten werden 2029 ausgeliefert. Und auf Quartettkarten kann der nix, was nicht irgendein Reiskocher für 5% des Geldes könnte.
Das Geheimnis liegt woanders. Und das auf ein BEV zu übertragen, ohne dienKunden zi verlieren, ist eine ganz amdere Aufgabe als zu sagen “ wir bauen jetzt ein mittelprächtiges Auto in 2 Formen recht günstig, irgendjemand wird das schon kaufen.
Klar. Wer, ist ja egal. Neu sind die alle.
cbzac meint
Die verkrampfte Einstellung bloß keinen e-911 anzubieten und statt dessen nach unten zum 718er auszuweichen bringt Porsche in einen starken Zielkonflikt. Bereits ein Mercedes CLA AMG beschleunigt schneller als die meisten 911er und läuft 270 km/h – will Porsche das deutlich unterbieten und damit ein bisschen dumm aussehen oder wollen sie einen 718er, der den 911er abzieht?
Ein e-911er hätte weder dieses noch das Preisproblem gehabt.
David meint
Das ist sicherlich nicht das Thema. Es gibt ja auch keinen 911, der in den Fahrleistungen dem Taycan das Wasser reichen kann. Und selbst die Neubürger in ihren AMG haben gelernt, dass so manches Elektroauto ihr Ego beim Ampelstart massiv beschädigen kann. Es geht schon darum, dass ein relevantes Kundensegment das Elektroauto ablehnt.
Andre meint
Beim 911er geht es nicht nur um die Beschleunigung und Endgeschwindigkeit. Es ist auch das agile Handling, was nur mit einem geringen Gewicht gelingt.
Da sind die E-Autos konzeptbedingt im Nachteil (eventuell noch), wenn man eine praxistaugliche Batterie von ca. 100 kWh einbaut.
Insofern kann man schon die 911er-Kunden verstehen.
Calimator meint
Das sehe ich auch so, die können das Auto nicht viel langsamer beschleunigen lassen als einen 911 Turbo. Neben dem CLA AMG gibt es noch den Hyundai Ioniq 5N oder Model 3 Performance die nur knapp über 3 Sek. von 0-100 benötigen. Dazu kommen demnächst noch diverse Chinesen mit Denza, Xaiomi, usw.
Michael meint
Autos die schneller beschleunigen oder schneller auf der Gerade sind als ein 911 oder Cayman gabs schon immer, das ist nichts neues aus den Zeiten der Emobilität. Neu ist nur, dass in der Emobilitätsblase die Leute mit dem kleineren Geldbeutel jetzt auf einmal aufblasen weil sie endlich mal selbst haben was „besser“ ist als der Porsche. Deren Zipfel, zumindest deren seelisches Gerüst, ist noch viel kleiner als jener derer Menschen, denen sie eben solchen „Fakt“ anlasten.
BEV meint
sehr bedeutend für den Niedergang von Porsche
David meint
Porsche war in der Tat auf einer Strategie, dass nur noch der 911 klassischer Verbrenner bleiben soll und alle anderen Modellreihen werden elektrisch. Das wollte aber der Kunde nicht. Und in der Tat muss man nun einmal den Kundenwunsch akzeptieren, wenn man Geschäfte machen will. So ist das eben, da muss man lernfähig sein. In diesem Forum kann man es natürlich niemals recht machen. Denn Zahlen verstehen diese Schergen nicht. Wenn in Europa 78 % der Leute auch dieses Jahr einen Verbrenner kaufen, ist das aber ein Fakt.
Trotzdem scheint man den 718 bringen zu wollen und ich interessiere mich durchaus dafür. Denn unsere Verhältnisse werden in Zukunft nicht mehr zwei Fahrzeuge mit vier Sitzplätzen erfordern. Ich könnte mir vorstellen, dass man die Entwicklungszeit genutzt hat, um das Fahrzeug gegenüber dem ursprünglichen Entwurf noch einmal anzupassen. Ich lasse mich überraschen.
Paule meint
„Das wollte aber der Kunde nicht.“
Woher plötzliche diese Erkenntnis? Bei der handvoll Kunden sollte es doch möglich sein, den Überblick zu behalten. Habe den Verdacht, die hören dort auf so Schlaumeier, wie es hier im Blog so einen Kandidaten gibt, der Fiktion und Wirklichkeit in der Branche nicht mehr unterscheiden kann und sein Seelenheil im Tunnelblick des Einzelmarktes Deutschland sucht. Hoch professionell, das ganze noch gewürzt mit Kauferbeschimpfung und anderen im Marketing längst abgewählten Verkaufsstrategien.
Naja, die Quittungen dazu flattern nun täglich ins Haus.
Simon meint
Es war einfach ein Fehler den 911er nicht als Elektroauto anbieten zu wollen, wer sagt das die Kunden das nicht wollen? BMW bring den M3 auch als Elektroauto, aber bei Porsche gibt es keine Kunden dafür.
Der 718 als Elektroauto wird nicht kommen oder erst viel zu spät.
Ben meint
Komisch letztens, als der Taycan kurzzeitig der meist bestellte Porsche war, haste genau das Gegenteil behauptet und gemeint das die Kunden sich ans neue Porsche gewöhnt haben, na was denn nun ?
David meint
Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?
Ben meint
Achso das steckt also hinter David, das Fähnchen im Markus Söder, keine eigene Meinung oder Haltung, aber ich hatte ja schön oft erklärt warum die Kunden keinen Bock auf die elektr. Porsche haben, es ist nunmal zu anstregend alle 6 Monate wegen Brandgefahr dess Trakktionsakkus in die Werkstattt zu müssen und ohne Ersatzwagen 3 Monate auf seinen neuen Akku zu warten, BEV ist bei Porsche verbrannt, in EUropa wie in China, darum die Rückabbwicklung zum Verbrenner und der daraus folgende Niedergang inerhalb der nächsten 10 Jahre, denn Porsch ist nunmal nur ein teurer Massenhersteller und kann sich in der Nische gegen Lambo und Ferrari etc. nicht behaupten.
David meint
Oh je, wie schlecht steht es um die Tesla Blase. Da kommt schon wieder der zweite David. Ich vermute, die Sorgen gehen um die Angstrom-Geschichte. Ein Zulieferer von Tesla, der nicht mehr zuliefert und die Werkzeuge nicht herausgibt. Denn da wurden offenbar Rechnungen nicht bezahlt. Das ist wohl der Anfang vom Ende des Cybertrucks, der dritten Modellreihe von fünf, die Tesla wohl vom Markt nehmen muss.
Paule meint
Beides, Ben, beides!
„Vorwärts zum Rückzuuuuug!“
South meint
Mja, wie üblich Schmarrn. Kaum zu glauben, dass du irgendetwas mit Autos machst. Es können heute noch keine 100% der Kunden BEV kaufen und auch die Autoindustrie könnte 100% nicht liefern…. es ist ein Umstellungsprozess.
Und Porsche hat viele Kunden verloren, weil es eben an adäquaten eAutos hakt, denn die Porsches in China werden von eModellen anderer Hersteller ersetzt….
Paule meint
„Es können heute noch keine 100% der Kunden BEV kaufen“
Hmm, das würde ich gerne relativieren. Gut, man könte sich streiten, wessen Kunden Du meinst. Alle Kunden, oder die einer Marke?
Ben meint
David macht nix mit Autos er wird nur von VW bezahlt um BS im Internet zu schreiben, wenn er z.B. wirklich für VW arbeiten würde hätte er längst den Schneit haben können und meinen mehrfachen Einladungen zu unsern BVs wahrnehmen können aber er ist weder in WOB noch in Mosel jemals erschienen oder er ist ganz einfach nur ein Troll.
Peter meint
Der globale BEV-Anteil bei Porsche entspricht dem globalen BEV-Durchschnittsmarkt.
Der globale BEV-Anteil bei Porsche entspricht außerdem der Porsche-internen Planung.
Insofern sind die Aussagen „Das wollte aber der Kunde nicht“ und „Bei der handvoll Kunden“ genauso falsch, wie die Reimold-Aussage „Die Entwicklung verlaufe in vielen Regionen langsamer als erwartet.“
Das manager magazin beschreibt am 09.07.2026 „Wesentliche Gründe […] die hohe Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum.“ und zitiert den Vertriebsvorstand Matthias Becker: „Seit Ende Juni liefern wir den Cayenne Electric an unsere Kundinnen und Kunden aus und freuen uns über die positive Resonanz aus dem Handel.“