Porsche soll die Produktion des Taycan bis zum Jahr 2030 auslaufen lassen. Das berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf „Insider“. Eine offizielle Bestätigung des Sportwagenherstellers für ein festes Produktionsende gibt es bislang nicht.
Ein Porsche-Sprecher wollte den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht kommentieren und verwies auf Aussagen von Michael Leiters. Der seit Januar die Firma leitende Manager sagte im Juli: „Wir planen nicht, den Taycan in kurzfristiger Perspektive einzustellen. Wir haben viel in dieses Modell investiert und möchten abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt.“ Darüber hinaus wollte sich Porsche zu der angestrebten Einstellung bis 2030 nicht äußern.
Nach dem Bericht der WirtschaftsWoche soll Porsche zugleich frühere Überlegungen aufgegeben haben, die Taycan-Produktion vom Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen nach Leipzig zu verlagern. Stattdessen würde die Baureihe demnach bis zu ihrem möglichen Produktionsende in Zuffenhausen bleiben. Auch diesen Teil der Meldung hat man bislang nicht offiziell bestätigt.
Der Taycan besitzt für die Elektrifizierungsstrategie der Marke besondere Bedeutung. Porsche präsentierte ihn im September 2019 als seinen ersten vollelektrischen Sportwagen und eröffnete damit die Serienproduktion rein batterieelektrischer Fahrzeuge. Gestartet war das Modell als viertürige Sportlimousine, später kamen mit Sport Turismo und Cross Turismo zwei stärker auf Nutzwert ausgerichtete Shooting-Brake- beziehungsweise Kombi-Varianten hinzu.
In Deutschland beginnt die Taycan-Baureihe aktuell bei 102.600 Euro für die Sportlimousine. Das Modellprogramm reicht bis zum Taycan Turbo GT und Turbo GT mit Weissach-Paket mit jeweils bis zu 760 kW/1034 PS Leistung. Bei der Reichweite nennt Porsche für entsprechend konfigurierte Fahrzeuge der Baureihe mittlerweile bis zu 668 Kilometer nach WLTP-Norm.
E-Auto-Nachfrage nicht wie erwartet
Dass über die Zukunft des Taycan diskutiert wird, fällt in eine Phase deutlich schwächerer Stückzahlen. Porsche lieferte 2025 weltweit 16.339 Taycan aus, 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 6219 Fahrzeuge hinzu. 2021 wurden noch 41.296 Taycan an Kunden übergeben. Porsche selbst führt den Rückgang unter anderem auf die langsamer als erwartet verlaufende Verbreitung der Elektromobilität zurück. Diese Entwicklung trifft gerade ein hochpreisiges Elektro-Modell stärker als volumenorientierte Baureihen.
Ein mögliches Ende des Taycan im Jahr 2030 wäre nicht automatisch mit einem Rückzug Porsches aus der Elektromobilität gleichzusetzen. Der Sportwagenbauer bietet inzwischen mit Macan, Cayenne und bald der 718-Reihe weitere nur mit Batterie betriebene Modelle an und hat zugleich seine Antriebsstrategie breiter aufgestellt. Das Unternehmen wollte einst den Fokus auf Elektroautos verschieben, spricht inzwischen aber wieder von einem Portfolio aus Verbrennern, Plug-in-Hybriden und Vollstromern. Damit will man auf unterschiedliche Kundenpräferenzen und regional stark abweichende Marktentwicklungen reagieren. Im Fokus stehen soll unter Leiters künftig insbesondere wieder der Bau klassischer Sportwagen.
Für den europäischen Markt wäre ein Produktionsende des Taycan ein markanter Einschnitt. Das Modell gehörte zu den frühen europäischen E-Autos mit 800-Volt-Architektur und positionierte vollelektrischen Antrieb konsequent im Hochleistungssegment. Ob Porsche den Taycan nach 2030 durch einen direkten Nachfolger ersetzt, das Konzept in eine andere Baureihe integriert oder die Modellbezeichnung vollständig aufgibt, bleibt abzuwarten. Frühere Berichte spekulierten, dass der Taycan mit der Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Oberklasselimousine Panamera verschmelzen könnte.

David meint
Vielleicht hole ich mir dann einen Tesla 3 Plaid.
CJuser meint
Macht ja nur Sinn, dass Porsche hier den Taycan und Panamera zu einer Modellreihe zusammenlegt. Der Taycan ist ja leider nicht so „günstig“ geworden, wie anfangs vermutet. Da gingen die Vermutungen noch in Richtung Obere Mittelklasse (BMW 5er etc.).
Future meint
Am Anfang sollen ja viele Teslafahrer zu Porsche gewechselt sein wegen dem neuen Taycan. Aber die Enttäuschung über den Porsche war so groß, dass die neuen Kunden eben nicht geblieben sind. Das macht ja nichts. Porsche hat ja noch seine ältere Kundschaft mit Zwirbelbart, die sich den Sprit auch in 12 Jahren noch von Amazon liefern lassen werden. Für alle anderen gibt es genügend Elektroautobauer ohne den Porscheprollfaktor.
Ben meint
Prollfaktor…Du verwechselst Porsche mit den klassischen Fahrzeugen für die Autoposer (AMG & Hyundai i30 N), die in der Stadt mit ihrem Schubknallen angeben müssen, um gekonnt zu demonstrieren, sie können sich nichts richtiges leisten. Hyundai ist bezahlt, aber der AMG ist entweder ein Leasing Fahrzeug oder nur ausgeliehen.
Future meint
Ich hatte vergessen, den »Prollfaktor« Porsche als Zitat zu kennzeichnen, denn das habe ich natürlich nur abgeschrieben. Der Spiegel beschreibt den Polestar 5 in einem aktuellen Fahrbericht als elektrischen Gran Turismo mit bis zu 884 PS (Performance-Variante), der die Fahrleistungen eines Porsche Taycan bietet, aber durch sein skandinavisches Understatement völlig frei vom typischen »Prollfaktor« sei. Ich kenne mich ja mit Autos nicht so gut aus und orientiere mich deshalb immer an den selbst produzierten Berichten der großen Qualitätsmedien. Mit Porsche scheint mir etwas nicht zu stimmen.
Michael meint
Spannend, hast du die Kundendaten? Oder wusste das die Glaskugel oder war noch eher der Wunsch der Antrieb einer solchen Aussage?
Future meint
»Porsche-Vertriebsleiter gaben an, dass Tesla bei den Reservierungen und Vorbestellungen des Taycan (insbesondere in den USA und Europa) die grösste Fremdmarken-Gruppe ausmachte.« (Teslamag, Dezember 2019)
Die schlechten Erfahrungen mit dem Taycan machen natürlich etwas mit den Kunden. Auch dafür gibt es viele Quellen – die Spalten hier im blog waren ja jahrelang auch voll des Spotts über den Taycan. Einfach nochmal nachlesen.
Michael meint
Du meinst die Kommentarspalte von Ecomento, die User und deren Spott sind eine Referenz? Das nennt man Blase :-)
Future meint
@Michael, der jahrelange »Spott« über den Taycan hier in der Spalte hatte mit den vielen Meldungen über Qualitätsprobleme bei dem Auto zu tun. Nicht der Spott ist die Quelle, sondern natürlich die vielen Berichte dazu in den Medien. Offenbar hat sich das auch rumgesprochen und einen Einfluss auf die Verkaufszahlen gehabt.
Michael meint
Können ja im PFF mal eine Umfrage machen welcher der tatsächlichen Kunden (nicht Internetmaulhelden) den Taycan NICHT gekauft haben wegen diesen Themen welche hier drinnen völlig anders gewertet werden als Themen anderer Hersteller. Bezüglich Porsche ist das hier drinnen das absolute FUD und Hater Forum, daher ist das völlig schnuppe, was sich die Leute hier drinnen dazu denken. Die paar Kunden welche zurecht wegen einem Montagsauto sauer auf den Hersteller sind gibts bei jedem Auto. Ich bin mir aber ziemlich sicher dass bei den wengisten Herstellern solche Autos ins Entwicklungszentrum zur tieferen Analyse gekarrt werden. Nur wer nichts macht kann keine Fehler machen. Fehler, egal wie sie entstanden sind, gehören dazu, die Frage ist wie damit umgegangen wird.
Hier drinnen herrscht eine hohe Quantität und Qualität an Niedertracht und Missgunst. Wenn man die Antworten/Chatverläufe hier mal von Chatty oder andere KIs analysieren lässt ist man sehr schnell bei geplagten und dramatisierten Menschen die hier drinnen ihr Ego (durch Abwertung Anderer) aufblasen weil sie Ego mit Selbstwert verwechseln. Meine Blase: Ich kenne genug Leute welche die Autos schon seit Jahren fahren und sehr begeistert sind, selbst wenn ihr Auto 2 oder 3 mal abgeholt wurde vor der Haustür. Ansonsten soll jeder fahren was ihn glücklich macht, egals obs auf Knopfdruck brummt, schaltet oder furzt. Eine solche Einstellung würde den meisten hier drinnen sicher das Leben vereinfachen, was so manche sicher brauchen könnten, wenn man beobachtet, wie sie sich hier drinnen aufarbeiten und abarbeiten…pro Tag schon fast stunden mit rumbellen verplempern. Das wars Wort zum Mittwoch. Ich bin wieder raus hier drinnen, ich denke es ist alles gesagt, mehr lohnt sich nicht zu diskutieren.
Referendar meint
Es gibt tatsächlich eine interne Porsche Kundenbefragung, nach der 50% der Taycan Kunden vom Model S gewechselt sind weil sie mit Tesla unzufrieden waren. Also genau das Gegenteil von dem was BS Future hier wieder erzählt. Selbst wenn ein Teil der neuen Porsche Kundschaft unzufrieden war, zurückwechseln zum Model S geht ja nun auch nicht mehr ….
Future meint
Wohin sind die frustrierten Taycan-Besitzer also gewechselt? Warum konnte Porsche denen nichts anbieten und muss die Produktion bald einstellen.
Referendar meint
Future, die fahren alle noch ihren Taycan. Porsche ist schließlich ein Langzeitauto. 80% aller jemals gebauten Porsche fahren noch. Gut, diu sagst ja selbst dass du dich mit Autos nicht so auskennst, es sei dir also verziehen.
Die Absatzschwierigkeiten bei BEV im Luxussegment allgemein und speziell Sportwagen sind dir als fleissiger Leser hier aber schon bekannt? Das ist kein Porschetypisches Problem, sondern hat Makroökonomische Ursachen.
Future meint
Das kann so nicht sein. In Deutschland sind es doch vor allem Firmenwagen. Nach 2 Jahren wird beispielsweise gern das Leasing gewechselt. Und nach 6 Jahren ist jedes gekaufte Fahrzeug spätestens steuerlich abgeschrieben. Die Taycan-Fahrer haben sich nach dem Taycan also für etwas anderes entschieden. Vielleicht ist die Auswahl bei den BEV einfach größer geworden und die Analysten haben vermutet, dass es auch daran liegt, dass die Leistungen von Supersportwagen in der Elektromobilität eben auch von Autos zum halben Preis eines Taycan erreicht werden. Porsche hat da was vergeigt.
Futureman meint
Das „Problem“ der Elektromobilität ist halt die Einfachheit. Inzwischen gibt es sogar Handyhersteller, die Fahrzeuge mit gleichen Leistungen auf den Markt bringen. Dazu gleichzeitig mit viel mehr Funktionen und Komfort. Da wird es für einen Hersteller, der an alten Techniken hängt in Zukunft immer schwerer.
Aber Porsche selbst sagt ja schon, dass sie in Zukunft weniger Autos verkaufen „wollen“. Daher ist es klar, das einige Modelle eingestellt werden sollen. Warum es allerdings gerade der ehemalige Liebling einiger E-Liebhaber sein soll, erschließt sich wohl nur Porsche.
MK meint
@Futureman:
Der eine Punkt ist ja, dass Porsche enorme Preise verlangt und das schon immer getan hat. Das hat funktioniert, so lange der Porsche eine sehr exklusive Marke war. Spätestens mit dem Macan hatte sich diese Exklusivität erledigt und die Porsches waren nicht mehr exklusiv, sondern nur noch teuer.
Also: Ja, eine Reduzierung der Stückzahl ist dringend notwendig. Für „normale“ Premium-Fahrzeuge hat man ja Audi als Marke im Konzern, für sportliche Fahrzeuge für den Normalverbraucher Cupra.
Beim Taycan kommt noch dazu, dass der mit 800V-System, extrem flacher Bauweise trotz Akku und Soundsystemen für einen Sportwagensound viele Themen, die Sportwagenfans wollen, als einziges bieten konnte. Mittlerweile gibt es aber alles, was der Taycan kann, auch bei anderen. Von daher ist der Taycan jetzt einfach nur noch teuer.
Ben meint
Porsche war noch nie ein klassischer Massenhersteller, ist aber trotzdem zu einem mutiert. Die Erkenntnis, endlich wieder weniger Autos zu verkaufen, die kommt mindestens 5 Jahre zu spät.
Porsche ist heutzutage nichts besonderes mehr, weil einfach zu viele durch die Gegend fahren.
Fred Feuerstein meint
Warum sollte Porsche eine zweite Generation vom Taycan entwickeln? Er ist nach einem guten Start erfolglos, die Stückzahlen gehen rapide zurück, weil ihn die Kunden nicht wollen.
Wenn man mal den Kanal von Jens „Move Electric“ anschaut, wie viel Softwareprobleme sein Facelift Taycan macht, dann fällt einem nichts mehr ein. Aber Software und VW Konzern passen ohnehin nicht zusammen.
Demnach kann ich die Entscheidung von Leiters nachvollziehen, würde ich genauso entscheiden.
Gunnar meint
„Porsche selbst führt den Rückgang unter anderem auf die langsamer als erwartet verlaufende Verbreitung der Elektromobilität zurück.“
Und das ist falsch. Es liegt nicht an einem langsameren Hochlauf der Elektromobilität, es liegt schlicht und einfach an dem nicht konkurrenzfähigen Angebot.
Bei den SUVs schafft es Porsche nicht, Reichweiten über 700 km anzubieten geschweige denn 800 km so wie die Konkurrenz (z.B. Volvo, BMW, Mercedes). Der Taycan schafft mit ach und krach exakt 700 km, die Konkurrenz ist schon jenseits der 800.
Jüngstes Beispiel: Mercedes AMG GT: 809 km Reichweite und 11 Minuten laden bis 80% an einer 600kW-Säule.
Michel meint
Ich schließe mich hier Gunnar an. Der Taycan ist weder beim laden, noch bei der Reichweite noch der Beschleunigung die Benchmark im Markt. Genau das möchte mE aber ein Porschefahrer sein mit seinem Auto. Der Rundenrekord auf der Nordschleife hilft beim GT3 sicherlich deutlich eher, als bei einem Taycan bzw. dem Klientel. Wenn ich einen Taycan fahre, möchte ich an der Ladesäule nicht von einem iX3 erfahren, dass er 100km weitergefahren ist und auch noch schneller lädt mit seinem 80k SUV. Er ist nicht der Markt liebe Porsche AG, ihr seid im BEV Bereich mE leider nur gehobener Durschnitt mit eurem Angebot. Das reicht leider nicht, so ehrlich sollte man sich machen….
eBikerin meint
“ auch noch schneller lädt“
Tut der ix3 nicht – der Taycan mit der 97 kWh (netto) Batterie benötigt für 10-80% 18 Minuten. Wenn man das auf die 108 kWh vom BMW hochrechnet wären dass dann 20 Minuten.
cbzac meint
Porsche hat in den Jahren 2021, 2022 und 2023 mehr Taycan als Panamera verkauft. Ab 2024 ist der Absatz des Taycan deutlich zurückgegangen (der des Panamera auch, aber weniger stark).
Gleichzeitig ist aber der Anteil an E-Autos auf dem Gesamtmarkt deutlich gewachsen. Die fallenden Verkaufszahlen des Taycans also statt stärkeren Mitbewerbern so zu interpretieren: „Porsche selbst führt den Rückgang unter anderem auf die langsamer als erwartet verlaufende Verbreitung der Elektromobilität zurück.“
kann nur einem dem E-Auto negativ eingestelltem Management einfallen.
Vor allem beim aktuellen Taycan-Trend die Strategie zu verfolgen „abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt“ wirkt eher wie der bewusste Versuch die Modellreihe abzuwürgen.
Porsche wird mir ziemlich unsympatisch. Und wenn man sich als E-Autofahrer bei Porsche aufgrund deren Rhetorik schlecht aufgehoben fühlt, wird die E-Nachfrage bei Porsche zur selbsterfüllenden Prophezeiung.
Ben meint
Liste doch mal die Absatzzahlen aus den vergangenen 5 Jahren der Elektroautos von Luxusmarken auf. 😉
Dir ist wohl entgangen, im Luxussegment läuft Elektromobilität überhaupt nicht gut. Im Premiumsegment und schlechter, da sieht es deutlich besser aus. Die Kunden, die sich einen Elektro Porsche kaufen, sind begrenzt und schnell abgegrast. Vergleiche dazu gerne mal die Macan Absatzzahlen, die auch im Sinkflug sind. Beim Cayenne wird der Verlauf sehr ähnlich aussehen.
Cisko meint
@Cbzac…sehe ich auch so.
Porsche wird unsympathisch finde ich eine gute Aussage. Als nächstes verliert sich das Interesse an der Marke.
Es könnte auch ein klares Bekenntnis zum Taycan geben. So viel Konkurrenz hat das Modell gar nicht, wenn man das Thema Service und Reparatur in der EU bedenkt. Dieser Vorteil gegenüber den neueren Herstellern schmilzt in den kommenden Jahren auch dahin.
ID.alist meint
Taycan uns Panamera sind 2 Autos die fast den gleichen Publikum bedienen, eine Elektrifizierung des Panameras würde nur auf kosten des Taycans funktionieren. Deswegen, wenn die Volkswagen Gruppe es ernst meint mit der Reduzierung der Modellvielfalt, ist der Taycan, mMn, einer der Namen die uns in der Zukunft verlassen könnte.