Der Nutzfahrzeughersteller MAN fordert eine stärkere staatliche Unterstützung für den Umstieg auf Elektro-Lkw. Der Unternehmenschef warnt vor den Schwierigkeiten, das EU-Ziel eines hohen Elektro-Anteils bis 2030 zu erreichen. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte CEO Alexander Vlaskamp, dass das EU-Ziel „nur sehr schwer zu erreichen“ sei. „Insbesondere wenn die Ladeinfrastruktur in der EU weiter hinter den Zielen zurückbleibt“.
„Viele wollen den Umstieg – aber viele können ihn sich nicht leisten“, so Vlaskamp. Der hohe Preis für Elektro-Lkw bremse den Markt – auch wenn die Betriebskosten, etwa für Energie und Maut, niedriger ausfallen können.
Die EU strebt an, den CO2-Ausstoß von schweren Nutzfahrzeugen bis 2030 um 45 Prozent zu senken. Viele Hersteller halten dieses Ziel für kaum erreichbar. Daher drängt die Branche darauf, die Vorgaben früher zu überprüfen als wie geplant erst 2028. Vlaskamp hofft, dass es bereits 2027 zu einem erneuten Dialog mit der EU-Kommission kommen wird.
MAN-CEO fordert Abwrackprämie für Lkw
Zudem fordert der MAN-Chef eine europäische Abwrackprämie für Lkw, um den Ersatz alter Fahrzeuge zu beschleunigen. Es könnte eine Bezuschussung von bis zu 50 Prozent des Anschaffungspreises eines neuen Lkw geben oder steuerliche Erleichterungen. Die Förderung sollte sich am CO2-Ausstoß orientieren, E-Lkw würden damit stärker profitieren als Dieselmodelle.
In einer angespannten Marktlage, in der die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen schwach bleibt und der europäische Lkw-Markt zuletzt auf weniger als 310.000 Neuzulassungen schrumpfte, konnte MAN stabile Ergebnisse vorlegen. Besonders das Busgeschäft und das wachsende Van-Segment trugen zum Erfolg bei.
Im Kerngeschäft mit Lkw sank der Absatz auf 63.296 Fahrzeuge, was deutlich unter dem Spitzenwert von über 100.000 Fahrzeugen in früheren Jahren liegt. Vlaskamp zeigt sich dennoch vorsichtig optimistisch für 2026 und hofft auf eine Belebung des Marktes, insbesondere in Deutschland.
Starker Wettbewerb im Nutzfahrzeugmarkt
Trotz des vorsichtigen Optimismus bleibt der Wettbewerb im Nutzfahrzeugmarkt stark. Chinesische Hersteller wie BYD bauen neue Lkw-Fabriken in Osteuropa, was den Druck auf europäische Hersteller wie MAN erhöht.
Um der Konkurrenz entgegenzuwirken, hat MAN seine Produktion umstrukturiert und unter anderem den Karosseriebau von München nach Krakau in Polen verlagert. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren dadurch rund 2300 Stellen in Deutschland sozialverträglich wegfallen – etwa ein Fünftel der Belegschaft.
Gleichzeitig investiert MAN bis 2030 rund eine Milliarde Euro in seine verbleibenden deutschen Standorte. „Über die Vereinbarung mit den Arbeitnehmern bin ich sehr froh. München, Nürnberg und Salzgitter bleiben das Rückgrat unserer Produktion“, unterstrich Vlaskamp.

Marcel Gleissner meint
Ich bin selbst Lkw Fahrer und ich habe einen eActros und einen eTGX wochenlang getestet, im Nahverkehr in unserem Logistik Unternehmen.
Ganz ehrlich: Eine Katastrophe !!!
Nichteinmal bei uns im 2 Schichtbetrieb funktioniert es reibungslos. Mit Diesel schon eher, Dank eines großen Dieseltanks. Wir arbeiten in 2 Schichten, ca. 17 Stunden am Tag, sind insgesamt 5 Touren und 2 mal Werksverkehr zwischen 2 Standorten. Der E-Lkw muss bei uns im Lager mindestens ein bis zwei Mal an einem Arbeitstag(17h) nachgeladen werden+ das Nachladen über Nacht. Wir müssen jedes Mal wenn wir laden wollen erst absatteln und dann wieder anhängen. Mit unserem Diesel Lkw Tanken wir alle 3 Tage voll. Extrem umständlich ist das mit dem E-Lkw. Zumal er 250000-300000€ kostet, Maut sparen wir nur wenig, da wir fast nur über die Landstraße fahren. Kfz-Steuer ist glaube weniger, aber dafür sehr hohe Versicherung für den LKW und die Leasing Kosten sind auch erheblich teurer als beim Diesel Lkw. Sagt mein Chef. Für einen Elektro Lkw bekommt man 2 bis 3 Diesel Lkws, denkt Mal drüber nach. Außerdem haben wir keine eigene Lademöglichkeit im Lager ergo Öffentliches Lade-Netz, wo die Ladekosten erheblich höher sind und wir müssen jedesmal einen großen Umweg fahren, auch nicht Sinn der Sache!!!
Den Elektro Schrott könnt Ihr behalten.
Beruflich und Privat bleibe ich vorläufig beim Verbrenner….
Michael S. meint
Also man mag von Musk ja halten was man will und der Semi war ja auch mehr Show als reales Fahrzeug. Aber zumindest hatte Tesla eine Vision davon, wie man dem Kunden ein rundum-sorglos-Paket zusammen stricken könnte, damit dieser auf elektrische LKW umsteigt.
Klar gibt es von MAN auch irgendwie ne Ladekarte und mit Milence auf dem Papier die Beteiligung an einem Schnellladeunternehmen. Aber für mich klingt das nicht nach einer günstigen no-Brainer Lösung, mit der sich jeder Spediteur ins elektrische Ökosystem einkaufen kann und dann einfach nur loslegen braucht.
Leider verkauft man – wie bei den europäischen PKW-Herstellern – wieder nur das (überteuerte und halbfertige) Würstchen ohne Brot und wundert sich dann, warum sich die Kunden darüber beschweren, dass sie sich die Hände voll kleckern, wenn sie die Soße drauf machen wollen.
R2D2 meint
hey, bitte. Der Elektrotrucker, der new jesus, hat doch gesagt, man frau es das kann dort super gut laden. Also das muss schon stimmen. 30 y t Videos können doch nicht lügen…
MK meint
@Michael S.:
Sie sagen es: Tesla hat eine tolle Vision verkündet. Dass das die beste Lösung wäre mit einer kompletten Infrastruktur ist jedem klar…aber andere Firmen veerkünden halt nur, was sie dann auch zeitnah wirklich umsetzen. Nicht eingehaltene Versprechen schrecken eher ab…
martin g. meint
Die CO2 Ziele lässen sich ganz einfach erreichen. Bei jedem Diesel LKW wird im Verkaufspreis bereits etwaige CO2 Strafzahlungen eingepreist.
So würden die Konsumenten also eie Spediteure darüber entscheiden ob es Ihnen wert ist die Mehrkosten zu tragen
MK meint
@martin g.
Auch wenn es MAN wahrscheinlich niemals aussprechen würde, dürfte es eher an fehlenden Fertigungskapazitäten bei den Herstellern fehlen als am Wechselwille der Kunden, die z.B. in Deutschland alleine über die Mautbefreiiung oft mehr sparen dürften als der Gesamtkaufpreis eines Elektro-LKW beträgt.
Aber überlegen Sie mal: MAN hat überhaupt erst im Juli 2025 angefangen, Elektro-LKW herzustellen. Daimler Truck war zwar schon früher, hat aber die ersten eActros600 in der Schweiz z.B. auch erst Ende August 2025 ausgeliefert…dann zwar gleich 20 Unternehmen auf einen Schlag, aber unabhängig von der bestellten Menge halt auch jeweils nur ein Stück. Vor wenigen Wochen hat man sich gefeiert, dass man mit Chile erstmals einen eActros600 außerhalb Europas ausgeliefert habe und dass das insgesamt das 16. Land sei, in dem man das Fahrzeug anbiete…wenn man bedenkt, dass es auch ohne z.B. den Vatikan alleine in Europa sicher 30 Länder gibt, wo es Interessenten geben dürfte (und wenn es bei osteuropäischen Speditionen nur ist, um ihre Kunden in Deutschland damit zu beliefern und hier die Maut zu sparen), zeigen sich da doch noch große Lücken…Lücken, die u.a. Sany aus China füllen will und dafür auf seine deutsche, sehr bekannte und als qualitätiv hochwertig eingestufte Tochtergesellschaft Putzmeister zurückgreifen kann. Und ich glaube, daher weht hauptsächlich der Wind beim Ruf nach Aufweichungen des Gesetzes: Der Angst, Marktanteile an neue Wettbewerber zu verlieren, weil man den Markt selber gar nicht bedienen kann.
MK meint
Also der Hersteller, der erst vor rund einem dreiviertel Jahr als letzter der großen europäischen Anbieter überhaupt mal angefangen, eLKW zu produzieren, liegt es jetzt also nicht an dieser Verzögerung sondern selbstverständlich an der Politik und den Lademöglichkeiten? Wen wundert es denn, dass Ladeanbieter zöglerich sind, wenn einer der größten Hersteller (MAN) eben noch vor wenigen Monaten nur auf die extrem teure und sinnlose Umbauten seiner LKW von Framo verwiesen hat?
R2D2 meint
Korrektur…
….
Warum soll ich für das gleiche Fahrzeug als BEV 290.000 Euro zahlen, als für den gleichen Diesel nur 120.000 Euro…
MK meint
Mautbefreiung, die alleine über den Lebenszyklus mehr als den gesamten Kaufpreis spart?
Steuerbefreiung?
Geringere Energiekosten?
Keine Ölwechsel mehr?
R2D2 meint
Mautbefreiung und weniger Steuer zahlt am Ende vom Lied bitte wer? genau, der letzte dumme im Land.
MK meint
@R2D2:
Umso mehr Grund, nicht eben dieser letzte Dumme zu sein oder?
Also: für eine Spedition ist doch egal, warum diese oder jene Technologie günstiger ist…für die zäht nur, dass es so ist.
Ich als eAutofahrer halte die Steuerbefreiung für eAutos auch für falsch…freuen tue ich mich trotzdem.
R2D2 meint
Die Batteriepreise sind im freien Fall. 100 kWh homeakku, schlüsselfertig mit BMS kostet keine 13.000 Euro. Ein Carport aus Alu, mit 5 kW Solar un 40 kWh Akku für 10.000 euro..
warum soll ich dann für einen Truck 290.000 Euro als BEV zahlen, als für das genau das gleich Fahrzeug mit Akku und 600 kWh Akku?
Tommi meint
Wenn sie sagen, dass das Ziel nur schwer zu erreichen ist, ist es doch prima. Sie sagen, dass das Ziel erreichbar ist. Also Leute: packt an. Niemand hat gesagt, dass es leicht wird.
Haubentaucher meint
Nachdem man dem Jammern immer nachgibt versucht es auch MAN.
Christian meint
Der dreifache Preis für einen el. LKW kann nicht der Grund für neue Subventionen sein. Die Batterien werden ständig günstiger. Selbst bei 200€/kWh und 500kWh Akku dürfte sich der Endpreis höchstens verdoppeln und da sind die Einsparungen im Abgasbereich und den einfacheren Motor garnicht gegen“kalkuliert“.