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Studie: Deutschland Europas Nachzügler bei Elektrifizierung von Unternehmensflotten

27.07.2026 in Fuhrpark, Politik, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

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Bild: Audi (Symbolbild)

Eine Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt, dass Deutschland Europas Nachzügler bei der Elektrifizierung von Unternehmensflotten bleibt. Unternehmen erhielten demnach hierzulande für fossil betriebene Firmenwagen im Durchschnitt eine Nettoförderung von rund 10.000 Euro – mehr als doppelt so viel wie in jedem anderen EU-Mitgliedstaat.

T&E fordert von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für die geplante europäische Verordnung für saubere Unternehmensflotten einzusetzen und die lang überfällige Reform der Dienstwagenbesteuerung anzugehen. Deutschlands Steuerpolitik führe nicht nur zu höheren CO2-Emissionen, sondern halte auch die Abhängigkeit von importiertem Öl künstlich hoch.

Laut der Analyse ist Deutschland das einzige große EU-Land, das den Kraftstoffverbrauch von gewerblichen Pkw faktisch subventioniert. Während Frankreich für jeden Liter Benzin, den ein Firmenwagen über seine Lebensdauer verbraucht, Steuereinnahmen von umgerechnet 10,30 Euro erzielt, gewährt Deutschland einen steuerlichen Vorteil von 0,50 Euro pro Liter.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Friederike Sommerfeld, Senior Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland: „Deutschland kämpft mit den Folgen der Ölkrise und einer angeschlagenen Autoindustrie, fördert aber weiterhin Verbrenner-Firmenwagen mit Milliarden. Das ist weder wirtschaftlich noch klimapolitisch sinnvoll. Die Bundesregierung muss endlich die steuerlichen Anreize für fossile Firmenwagen beenden und damit den Umstieg auf elektrische Firmenwagen beschleunigen.“

Laut der Analyse muss die deutsche Steuerpolitik für Firmenwagen dringend reformiert werden: „Hierzulande fällt die steuerliche Begünstigung nämlich höher aus, je größer und klimaschädlicher ein Verbrenner-Firmenwagen ist. Ein Verbrenner des B-Segments erhält über einen Zeitraum von vier Jahren einen Nettovorteil von bis zu 1.800 Euro. Bei einem Verbrenner des E-Segments steigt dieser auf bis zu 6.190 Euro.“

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Deutschland gehört der Studie zufolge neben Spanien, Italien und Polen zu den großen Automärkten Europas, die Unternehmen weiterhin keine ausreichenden Anreize für den Umstieg auf Elektromobilität bieten. Dabei zeigt der Blick auf mehrere europäische Nachbarländer, dass Steuerpolitik wirkt, wenn sie Anreize für Verbrenner abbaut: Belgien reformierte seine steuerlichen Regeln für Firmenwagen und steigerte den Anteil elektrischer Fahrzeuge in Unternehmensflotten von 8,8 Prozent im Jahr 2021 auf 54,2 Prozent im Jahr 2025. Verbrenner dürfen von Unternehmen nicht mehr abgeschrieben werden. Frankreich verschärfte die Besteuerung fossiler Firmenwagen über eine Neuzulassungssteuer und erreichte dadurch Rekordwerte bei der Elektrifizierung von Flotten.

Firmenwagen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Umweltbelastung durch den Straßenverkehr. Auf sie entfallen 59 Prozent der Neuzulassungen und 78 Prozent der von Neuwagen verbrauchten Ölimporte. T&E unterstützt deshalb die geplante europäische Verordnung für saubere Unternehmensflotten („Clean Corporate Vehicles Regulation“). Sie würde Mitgliedstaaten verpflichten, den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge in großen Unternehmensflotten deutlich zu erhöhen und Subventionen nur noch für E-Autos gewähren, die in Europa hergestellt werden.

Ergänzend braucht es laut T&E in Deutschland eine Reform der Dienstwagenbesteuerung, die die Begünstigungen von Verbrennern und Plug-in-Hybriden für Dienstwagennutzende abbaue.

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Via: T&E (ENG/PDF)
Tags: Dienstwagen, Emissionen, Europa, Förderung, Nachhaltigkeit, T&EAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. F. K. Fast meint

    27.07.2026 um 11:22

    Es wäre schon geholfen, wenn nur der WLTP-Verbrauch steuerlich absetzbar wäre, also km-Stand am Anfang und Ende des Jahres und basta. Alles mehr wäre Privatvergnügen.

    Antworten
  2. David meint

    27.07.2026 um 10:06

    Das ist ja keine neue Sache. Man müsste lediglich einen verbindlichen Pfad mit festen Jahreszahlen festlegen, auf dem Hybride wie Verbrenner behandelt und die Besteuerung aller Verbrenner schrittweise auf 2 % erhöht wird. Dann wäre viel erreicht.

    Antworten

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