Die Bundesförderung für öffentliche und private Lkw-Ladeinfrastruktur verzeichnet eine hohe Nachfrage. Der Projektträger Jülich hat eine Bilanz der ersten drei Förderaufrufe aus dem Mai gezogen, die laut der Beratung M3E in allen Runden deutlich überzeichnet waren.
Im Rahmen des Aufrufs A für nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur von KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) wurden demnach etwa 430 Anträge mit rund 150 Millionen Euro Umfang beantragt. Ursprünglich war ein Budget von 50 Millionen Euro vorgesehen, welches kurzfristig auf 150 Millionen Euro erhöht wurde. Trotz dieser Aufstockung musste der Aufruf noch am selben Tag geschlossen werden.
Der Aufruf B, der ebenfalls die nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur für Unternehmen adressiert, war um das Fünffache überzeichnet. Bei verfügbaren Mitteln von etwa 67 Millionen Euro gingen rund 1050 Anträge mit einem Volumen von circa 400 Millionen Euro ein. Aktuell sind 206 Projekte zur Förderung vorgesehen.
Für den Aufruf C zur öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur wurden rund 500 Millionen Euro durch etwa 380 Anträge beantragt, während circa 83 Millionen Euro zur Verfügung standen. Die Auswahl erfolgte über eine Priorisierungszahl, die sich aus der Förderintensität, dem Standort und dem Durchleitungsmodell zusammensetzt. Aktuell sind 67 Anträge zur Förderung vorgesehen.
„Die Nachfrage übersteigt die verfügbaren Mittel in allen drei Aufrufen deutlich und zeigt, wie wichtig dieses Förderprogramm ist“, sagt M3E-Geschäftsführer Christian Milan. Das gesamte Förderprogramm sieht über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt eine Summe von einer Milliarde Euro vor. Über 2026 hinaus soll es während der vierjährigen Laufzeit der Förderrichtlinie weitere, an die jeweilige Marktsituation angepasste Förderaufrufe geben.

MK meint
Wie wäre es denn, wenn man statt immer wieder kleiner Kleckerbeträge einmal ein größeres Programm auflegt?
Es wird so viel über Bürokratieabbau geredet und sich dabei komplizierteste Konstrukte zu Gesetzesänderungen ausgedacht und dann liest man sowas hier. Bei wie vielen Firmen haben Verwaltungsmitarbeiter sich jetzt wohl schon durch drei Antragsverfahren gewühlt und damit trotzdem noch keinen Cent für ihre Firma erreichen können?
Futureman meint
Die hohe Nachfrage bedeutet ja eine extrem hohe Nachfrage nach diesen Ladelösungen. Das lässt für die Zukunft auf noch mehr E-LKW auf den Straßen hoffen. Jeder installierte Ladepunkt zieht meist mehrere Ladewillige mit. Dazu noch ein Bruchteil der Kosten, die für die Förderung von neuen Gaskraftwerke geplant sind.
CaptainPicard meint
Leider völlig überfördert, auch mit der halben Menge an staatlichen Zuschuss wären die Mittel bestimmt voll ausgeschöpft worden und man hätte doppelt so viele Projekte damit umsetzen können. Frage mich wie man auf diese absurd hohe Fördersumme von 500 Euro pro kW gekommen ist.