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Europas Lkw-Hersteller fordern Anpassung des CO2-Zeitplans 2030

16.09.2026 in Transport von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Mercedes-Benz-eActros-Lowliner-

Bild: Daimler Truck

Die Chefs der sieben führenden europäischen Lkw- und Bushersteller sehen die Einführung emissionsfreier schwerer Nutzfahrzeuge durch verzögerte Rahmenbedingungen gebremst. Sie fordern europäische und nationale politische Entscheidungsträger auf, diese Lücke zu schließen und den Zeitplan für die CO2-Vorgaben für 2030 anzupassen.

Die Nutzfahrzeugbauer bekennen sich in einer Mitteilung weiterhin zu den CO2-Reduktionszielen der EU. Nach jahrelangen Investitionen stehe heute für alle wichtigen Einsatzbereiche ein breites Angebot wettbewerbsfähiger emissionsfreier Fahrzeuge bereit. Die Voraussetzungen, die Transportunternehmen für eine breite und wettbewerbsfähige Nutzung dieser Fahrzeuge benötigten, lägen jedoch mindestens drei Jahre zurück und entwickelten sich weiterhin nicht schnell genug.

Der Anteil emissionsfreier Fahrzeuge an den Neuzulassungen schwerer Lkw in Europa beträgt demnach derzeit 2,4 Prozent. In Polen, Spanien und Italien liegt er deutlich unter einem Prozent, in Deutschland bei 4,3 Prozent und in Frankreich bei 2,4 Prozent. Bis zum Inkrafttreten der strengen EU-CO2-Ziele für 2030 verbleiben 45 Monate. Für den Umstieg der Transportunternehmen werden unter anderem Ladeinfrastruktur und Netzzugang, Energiekosten, CO2-basierte Straßenmaut sowie ein unterstützender politischer Rahmen genannt. „Die meisten Voraussetzungen, die darüber entscheiden, ob Betreiber den Wechsel vollziehen können, müssen von anderen Akteuren als den Herstellern geschaffen werden“, heißt es von den sieben Unternehmen.

„Wir stehen voll und ganz zu nachhaltigem Transport“

Karin Rådström, CEO von Daimler Truck sowie Vorsitzende des Nutzfahrzeugausschusses des europäischen Branchenverbands ACEA: „Wir stehen voll und ganz zu nachhaltigem Transport – die Investitionen wurden getätigt, und eine breite Palette CO2-freier Fahrzeuge ist heute verfügbar. Aber sie in großem Maßstab wirtschaftlich tragfähig zu machen, hängt auch vom breiteren Ökosystem ab, das eindeutig im Rückstand ist und sich noch nicht schnell genug entwickelt. Das bedeutet zwei Dinge: die notwendigen Rahmenbedingungen schnell deutlich zu verstärken und die EU dazu zu bewegen, den Zeitplan für die Erfüllung der Vorgaben 2030 um drei Jahre zu verschieben, um Strafen für die Hersteller zu verhindern.“

Die Hersteller sehen Verantwortung und Kontrolle nicht im Einklang: Sie müssten mit hohen finanziellen Strafen rechnen, wenn ihre neuen Flotten die CO2-Ziele verfehlen, ihre Zielerfüllung hänge jedoch von Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab. Bleibt die Marktdurchdringung für die Erfüllung der Verpflichtungen 2030 zu niedrig, würden Strafen nicht zu mehr emissionsfreien Lkw auf den Straßen führen. Stattdessen würden Milliarden Euro von den für den Übergang benötigten Technologien und Produktionskapazitäten abgezogen und europäische Hersteller bei zunehmendem globalen Wettbewerb geschwächt.

Als zentrale Voraussetzungen nennen die Unternehmen einen schnelleren Ausbau von Lade- und Wasserstoffinfrastruktur sowie zügigere Netzanschlüsse. Europaweit stünden derzeit weniger als 2000 öffentliche, für Lkw geeignete Ladepunkte zur Verfügung, während monatlich mindestens 700 weitere benötigt würden. Zudem seien weniger als ein Dutzend Wasserstofftankstellen in Betrieb, und Netzanschlüsse für neue Ladeorte könnten mehrere Jahre dauern.

Gefordert wird außerdem ein kohärenter politischer Rahmen in allen Mitgliedstaaten. CO2-basierte Straßenbenutzungsgebühren sind demnach nur in vier Mitgliedstaaten wirksam umgesetzt, notwendige Änderungen bei Gewichts- und Abmessungsregeln wurden noch nicht beschlossen. Das zweite EU-Emissionshandelssystem ETS2 wurde auf 2028 verschoben; Einnahmen daraus und aus Straßenbenutzungsgebühren sollen nach Auffassung der Hersteller in Infrastruktur und die Einführung emissionsfreier Fahrzeuge reinvestiert werden.

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Via: ACEA (ENG)
Tags: ACEA, Elektrobus, Emissionen, EU, Förderung, LkwAntrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge, Wasserstofffahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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