Volkswagen soll derzeit Gespräche über eine mögliche Beteiligung des chinesischen Batterieherstellers Gotion an der Akkufabrik seiner Tochter PowerCo in Sagunto in unmittelbarer Nähe von Valencia, Spanien, führen. Laut dem Portal La Tribuna de Automoción befinden sich die Verhandlungen über einen Einstieg oder ein Gemeinschaftsunternehmen in einem fortgeschrittenen Stadium. Das hätten „hochzuverlässige“ Branchenquellen verraten.
Auf Anfrage der Automobilwoche erklärte PowerCo, man überprüfe „regelmäßig strategische Möglichkeiten, einschließlich einer potenziellen Zusammenarbeit mit Partnern.“ Man habe jedoch „keinerlei Pläne, die Kontrolle über die Gigafactory Valencia abzugeben“. PowerCo stehe voll zur „Gigafactory“ in Sagunto und werde den Aufbau „weiter mit hohem Tempo vorantreiben“.
Die Fabrik in Spanien befindet sich der Automobilwoche zufolge noch in der Errichtungs- und Ramp-up-Phase. Das Stammwerk im niedersächsischen Salzgitter sei erst seit Kurzem im industriellen Hochlauf. Für den Standort Sagunto werde perspektivisch die Produktion von LFP-Einheitszellen (Lithium-Eisenphosphat) für etwa 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr anvisiert. Diese Akkus sollen primär die spanischen Werke Martorell und Navarra versorgen, wo neue elektrische Kleinwagen des Konzerns wie der VW ID. Polo, Cupra Raval oder Škoda Epiq gefertigt werden.
Gotion aus Hefei ist seit 2020 Partner von Volkswagen und liefert LFP-Zellen für preisgünstige E-Fahrzeuge des deutschen Automobilkonzerns. Volkswagen hält rund 26 Prozent an dem Unternehmen. Die Zusammenarbeit umfasst zudem die Entwicklung von Batteriezellen und Technologien für die Einheitszelle.
Volkswagens im September letzten Jahres vorgestellte Einheitszelle soll durch Standardisierung mehr Effizienz bei der Entwicklung, beim Einkauf und bei der Produktion von Europas größtem Automobilkonzern bringen. Die Einheitszelle soll künftig in bis zu 80 Prozent der E-Fahrzeuge des Konzerns über Marken und Regionen hinweg zum Einsatz kommen. Sie kann mit verschiedenen Zellchemien von LFP über NMC bis hin zur Feststoffzelle bestückt werden und soll damit trotz Standardisierung eine hohe Flexibilität bieten.
Entwickelt und produziert wird die Einheitszelle sowohl von der PowerCo als auch von externen Lieferanten. Gotion hat bereits Ende 2025 die Massenproduktion von Akkus dieses Typs für den Volkswagen-Konzern gestartet. Die Produktion erfolgt im Werk von Gotion in Hefei, China. Gotion stellt für Volkswagen Einheitszellen mit LFP-Chemie her, aber auch andere Zellchemien sind möglich. Die Akkus sollen zwischen 2026 und 2032 geliefert werden.

Jörg2 meint
Ich dachte bisher, mit PowerCo hätte VW eine Goldader gefunden. Nun will VW den Helferlein Teile davon verkaufen.
Warum?
Altruismus?
Katzengold?
VW braucht Cash?
M. meint
Schöne Insides, wenn sie nicht erfunden wären.
Future meint
29.07.2026 um 18:13
Gotion hat diese »Einheitszelle« ja für VW entwickelt
War es ein Fehler, Chinesen da ranzulassen?
Paule meint
Immer mehr China-Teile an / in den VWs. Immer mehr Geld der deutschen VW-Käufer fließt direkt nach China.
Hab hier gelesen, als Deutscher sollte man nichts mehr aus China kaufen, wegen Problemen mit Demokratie usw.
Gibt es da speziell für VW Einschränkungen, was doch noch durchgeht? Bis wie viel Prozent China-Anteil?
M. meint
Hast Recht.
Der Anteil an Chinakram in allen Autos muss reduziert werden, aber am einfachsten ist es, da anzufangen, wo alles (100%) aus China kommt. Also das, was auf den eigenen Rädern nach Europa kommt.
Den erlaubten Anteil reduzieren wir dann jedes Jahr um 10%.
Das ist ein einfaches und verständliches System, oder?
Sinngemäß gilt das natürlich auch für andere Produkte, die wir zwar nicht billiger bauen können, aber ohne Dikaturen weiterhin zu füttern. Das Geld halten wir lieber im Land, und handeln mit anderen Partnern.
Ja, viel Arbeit. Aber beginnt nicht auch die längste Reise mit dem ersten Schritt?
Future meint
Gotion hat diese »Einheitszelle« ja für VW entwickelt, so wird es hier im Text ja auch nochmal gut zusammengefasst: »Die Zusammenarbeit umfasst zudem die Entwicklung von Batteriezellen und Technologien für die Einheitszelle.« Die Maschinen und die Experten kommen auch alle aus China von Gotion. Es ist nur konsequent, dass Gotion jetzt mehr Verantwortung und Einfluss bei PowerCo bekommt. VW ist ja kein Hersteller von Zellen und kann sich so wieder mehr auf das Zusammenbauen von attraktiven Autos konzentrieren.
Paule meint
Ich habe ein wenig das Gefühl, man ruft jetzt nach dem Chef vom Küchenstudio, weil der Koch einfach kein Rezept hat, was man zusammenrühren muss, dass man es dem Gast präsentieren und Geld dafür verlangen kann.
M. meint
Du immer mit deiner Phantasiewelt.
1) Man habe jedoch „keinerlei Pläne, die Kontrolle über die Gigafactory Valencia abzugeben“.
2) „Volkswagen hält rund 26 Prozent an dem Unternehmen.“
Anders ausgedrückt: denen gehört ein Stück von dem Laden.
MK meint
Würde ich für eine fatale Fehlentscheidung halten…zumal es ja nicht um die zusätzliche KnowHow-Einbindung oder Risikominimierung durch Anteilsverkauf vor Baubeginn geht, sondern um den Anteilsverkauf einer fast fertigen Fabrik…anders gesagt: Kurzfristige Gewinne mitnehmen, um die Bilanz zu schönen und nachfolgenden Managern einen Scherbenhaufen zu hinterlassen.
David meint
Tja, das sind ja normale Prozesse unter Partnern, dass man die konkrete Art der Zusammenarbeit immer mal wieder bespricht. Es ist ja auch bekannt, dass die Hardware und das Personal zum Einlaufen von Gotion kommen. Spannend könnte allerdings die Option sein, eventuell mittelfristig Natriumzellen als Einheitszelle anzubieten. Denn Gotion scheint bei der Energiedichte von solchen Zellen aktuell weltweit führend zu sein.
Paule meint
Aktuell bei VW immer dasselbe: rein in die Kartoffeln raus aus dem Kartoffeln.
Jeder weiß, viele hin und her macht Kasse leer. Wird wohl der nächste Batterie-Flop im Konzern werden.
Schon diese Lachnummer die man mit Varta abgezogen hat, komplett abgeschmiert. Bergeweise Geld bei northvolt verbrannt. Ist denn niemand in dem Laden in der Lage, diese permanente unaufhörliche Geldverbrennung in immer wieder scheiternden Projekten mal zu stoppen?
Gernot meint
Natürlich ist es viel zu früh für ein Fazit, aber ob die Einheitszelle denn die grandiose Idee ist, halte ich für fraglich. Dass das an einigen Punkten die Effizienz erhöht, ist völlig nachvollziehbar. Aber BYDs LFP-Blades lassen sich einfacher als strukturelles Element verbauen. Sie haben gegenüber Rundzellen eine bessere Raumausnutzung. Zusätzlich erleichtert die rechteckige Klingen-Bauform die Zell-Klimatisierung. Dadurch kann BYD mit den LFP-Blades auf Modul-/Packebene teilweise die geringere volumetrische Energiedichte gegenüber NMC-Rundzellen kompensieren.
Wir schauen immer neidisch auf das, was in China abgeht: Da wird die Mehrheit der Fahrzeuge längst mit LFP ausgeliefert. Auch Mittelklasse- und Oberklassefahrzeuge mit 100 kWh großen Batterien und mehr. Es ist auch nach wie vor so, dass LFP-Zellen Kostenvorteile haben und dabei 6-10 mal so lange halten wie NCM/NCA. Und nur mit LFP wird V2X eine Option. Mit NCM/NCA kommt das nicht in Frage.
Mit der Entscheidung für die Einheitszelle verbaut sich VW meines Erachtens das LFP-Potenzial. Sicher kann man Fahrzeuge mit LFP-Zellen anbieten, aber einen Passat, Touareg, A6, Q5, … mit LFP wird VW mit der Einheitszelle wohl nicht hinbekommen. Das könnte sich als schwerer strategischer Fehler erweisen.
tutnichtszursache meint
Bei der Einheitszelle ist die Zellchemie bewusst auf verschiedene wie NMC oder LFP ausgelegt, es geht nur um die Abmessungen – vgl. ID.Polo und Derivate.
Paule meint
Ziegelstein bleibt Ziegelstein. Der Klotz hat schon jetzt Probleme mit dem Kühlen.
Bekannte Probleme mit der Kühlung der gepplanten Einheitszelle (Unified Cell) von VW betreffen vor allem die thermische Integration im Batteriepack, die unter Last zu lokalen Hotspots führen kann. Die einheitliche Form der Prismenzelle erfordert ein präzises Wärmemanagement, um Temperaturunterschiede zwischen den Zellen im Verbund zu vermeiden. Das bekommen die nicht in Griff.