Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisiert den langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Lastwagen. Im Juli waren demnach in Deutschland lediglich 88 Standorte mit 355 Ladepunkten für schwere Nutzfahrzeuge in Betrieb, was weit von der Notwendigkeit entfernt sei.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller bezeichnet laut der Deutschen Presse-Agentur die unzureichende Infrastruktur als zentralen Engpass für den Markthochlauf elektrischer Nutzfahrzeuge. Für einen flächendeckenden Einsatz im Fernverkehr seien weder die vorhandenen Stationen noch die aktuellen nationalen und europäischen Ausbaupläne ausreichend. Zudem erschwere der schleppende Ausbau der Stromnetze die Transformation des Straßengüterverkehrs.
Bis 2030 sind in Deutschland 4200 öffentliche Ladepunkte geplant, wobei 350 Standorte an wichtigen Verkehrskorridoren vorgesehen sind. Diese sollen 1800 leistungsstarke Ladepunkte nach dem Megawatt Charging System (MCS) sowie 2400 weniger leistungsstarke Punkte umfassen. „Aktuell ist weniger als ein Zehntel der geplanten Ladepunkte in Betrieb“, unterstreicht Müller.
Der VDA geht für das Jahr 2030 von einem Bedarf von rund 4000 Megawatt-Ladesäulen in Deutschland aus. Für den Fernverkehr seien besonders schnelle MCS-Ladesäulen notwendig, um gesetzliche Lenk- und Pausenzeiten einzuhalten. Auf europäischer Ebene waren im Juli 730 Ladepunkte mit über 350 Kilowatt für schwere Nutzfahrzeuge verfügbar, während dem europäischen Autoherstellerverband ACEA zufolge bis 2030 rund 35.000 öffentliche Schnellladepunkte benötigt werden.
Ein weiteres Problem stellt die ungleiche Verteilung in Europa dar, da etwa in Polen und Tschechien große Lücken bestehen. Zudem besteht Bedarf beim Laden auf Betriebshöfen, so der VDA. Von den für 2030 benötigten 14 Gigawatt Ladeleistung in Deutschland decken demnach öffentliche Pläne nur 2,6 Gigawatt ab, die restlichen mehr als 11 Gigawatt müssten privat bereitgestellt werden.
Die Bereitstellung notwendiger Netzanschlüsse für Unternehmen sei derzeit mit hohen Kosten und langen Genehmigungsverfahren verbunden, kritisiert VDA-Präsidentin Müller. Bei Industriebetrieben oder Lkw-Ladehubs könne die Erweiterung der Anschlüsse teilweise bis zu zehn Jahre dauern, was laut dem Verband die Transformation erheblich bremst.

Jensen meint
Es sind die eigenen Mitglieder im VDA, die die Verbreitung von batterieelektrischen LKW (auch durch robust überhöhte Preise) steuern und so lange irgend möglich, wartungs- und reparaturaufwendige Verbrennerantriebe weiterverkaufen wollen.
Zitat: „Der VDA geht für das Jahr 2030 von einem Bedarf von rund 4000 Megawatt-Ladesäulen in Deutschland aus. Für den Fernverkehr seien besonders schnelle MCS-Ladesäulen notwendig.“ Für den Fernverkehr sind in erster Linie verlässliche Ladeleistungen nötig, die den LKW in der „kurzen Pause“ verlässlich mit genügend Energie nachversorgen können, um sicher bis zur langen Pause zu kommen, wo dann wieder schonende vollgeladen werden kann für den nächsten Arbeitstag. Für den normalen Fernverkehrsalltag dürften verlässliche Ladeleistungen auf der Strecke im Bereich 350-400 kW ausreichend sein. Für die Megawatt-Lader wird es sicher auch spezielle Sonderanwendungen geben.
Futureman meint
Merkwürdig ist, dass die Schwarzgruppe mal eben ein Rechenzentrum mit 230MW Anschlussleistung innerhalb von 4 Jahren fertigstellen will, ein Ladepunkt mit 1MW aber 10 Jahre benötigen soll.
Da sind halt wohl die Prioritäten für tolle mit KI hergestellten Katzen- und Hundevideos höher als die Verkehrswende.