Seat und Cupra haben in ihrem Werk in Martorell mit der Serienproduktion von Batteriesystemen begonnen. Nach der Einweihung der Anlage im Dezember 2025 stellt dieser Meilenstein den letzten Schritt vor der Serienproduktion des Raval dar. Es ist das erste Modell der „urbanen Elektrofahrzeugfamilie“ des VolkswagenKonzerns, das diesen Sommer startet.
Die in Spanien montierten Batterien werden auch im VW ID. Polo zum Einsatz kommen, dem zweiten Elektrofahrzeug, das in Martorell hergestellt wird. Der Start der Serienproduktion dieser Elektroautos werde das Werk in ein flexibles Automobilzentrum verwandeln, das bestens auf die neue Ära der Mobilität vorbereitet ist, so Seat.
„Der Produktionsstart der Serienmontage von Batteriesystemen markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Endphase der Transformation unseres Unternehmens und bringt uns der Serienproduktion des Cupra Raval einen Schritt näher“, sagt Markus Haupt, CEO von Seat und Cupra. „Mit dem Beginn der Produktion von Elektrofahrzeugen wird Martorell seine Position als vollflexibles Werk festigen und ist damit bereit, Spaniens Übergang zur Elektromobilität durch die Fertigung von Elektro-, Hybrid- und hocheffizienten Verbrennermodellen anzuführen.“
Batteriesysteme mit Volkswagens Einheitszellen
Das Herzstück der in Martorell montierten Batteriesysteme bildet die „Unified Cell“ des Konzerns – „eine globale Batterietechnologieplattform, die Skalierbarkeit und Flexibilität über Marken, Regionen und Fahrzeugsegmente hinweg gewährleistet“. Innerhalb jedes Batteriesystems stellen die Einheitszellen die zentrale Energiespeicherkapazität bereit, während die elektronischen Komponenten den Gesamtbetrieb des Systems steuern und regeln. Die E-Box, die als das Gehirn der Batterie gilt, werde vollständig von Seat und Cupra im Werk Seat Components in El Prat hergestellt – „ein klares Beispiel für den industriellen Wandel, da dort nach 45 Jahren, in denen man sich der Fertigung von Schaltgetrieben widmete, nun Schlüsselkomponenten für Elektrofahrzeuge produziert werden“, heißt es.
Das Werk zur Montage von Batteriesystemen verfügt über eine Produktionskapazität von 1200 Batterien pro Tag und bis zu 300.000 Einheiten pro Jahr. Das entspricht einer Batterie alle 45 Sekunden. Der Prozess beginnt im Logistiklager, wo alle Komponenten an die Montagelinie geliefert werden. Die Montage der Batteriesysteme beginnt dann mit zwei parallelen Arbeitsschritten: der Vormontage der elektrischen Komponenten und dem Stapeln der Batteriezellen auf zwei Linien unter Verwendung der sogenannten Cell-to-Pack-Technologie, die ein effizienteres Batteriesystem ermöglicht. Diese Linien sollen täglich 3600 Stapel mit fast einer halben Million Schweißpunkten produzieren.
Nachdem das Batteriesystem vollständig montiert und versiegelt wurde, durchläuft es abschließende Qualitätsprüfungen auf den Prüfständen zur Sicherstellung von Sicherheit und Leistung. Im letzten Schritt werden die fertigen Batteriesysteme dann automatisch über eine 600 Meter lange Brücke zur Produktionslinie des Cupra Raval und des VW ID. Polo transportiert. Die kontinuierliche Versorgung ist dabei auf das Produktionstempo abgestimmt.
Die Serienproduktion beginne weniger als ein Jahr nach der Auslieferung der ersten Vorserien-Batteriesysteme aus dem Montagewerk in Martorell, betont Seat. In weniger als zwei Jahren habe man dieses 64.000 Quadratmeter große Montagewerk für Batteriesysteme errichtet, in dem Automatisierung mit qualifizierter Handarbeit kombiniert und das von 500 hochqualifizierten Mitarbeitenden betrieben werde. Darüber hinaus verfüge das Batteriesystem-Montagewerk über 11.000 auf dem Dach installierte Solarmodule, die 70 Prozent des für den Montageprozess benötigten Stroms liefern und so den ökologischen Fußabdruck verringern. „Diese Anlage ist ein wichtiger Meilenstein in der Endphase der Transformation von Seat und Cupra hin zur Elektrifizierung“, so das Unternehmen.

Steffen meint
„hocheffizienten Verbrennermodellen“ – er hat es gesagt, hihi. Jetzt bauen sie da schon Elektro und doch erzählen sie immer noch so einen Stuss. Dauert wahrscheinlich viele Jahre, bis das aus dem täglichen Sprachgebrauch abtrainiert ist…
MK meint
@Steffen:
Man könnte fast einen Witz draus machen: Woran erkennt man, dass Verbrenner nicht effizient sind? Daran, dass jeder, der darüber redet, ausnahmslos jedes Mal betonen muss, wie effizient die doch angeblich seien…
Ich glaube, dass ist mittlerweile so ein Auto-Korrektur Ding: So wie in Zeitungsredaktionen wenn da jemand schreibt „gepostet bei X“ das „(ehemals Twitter)“ automatisch erscheint, setzt die Autokorrektur bei Automanagern wahrscheinlich vor jedes „Verbrenner“ das Wort „hocheffizient“ davor.
M. meint
Schöner nächster Schritt.
Jetzt muss man daran arbeiten, alle passenden Fahrzeuge mit den eigenen Zellen auszurüsten, und sich dann weiter in der Wertschöpfungskette nach vorne bewegen, bis man bei den Lieferanten der Rohstoffe – bestenfalls aus Europa – angekommen ist.
David meint
Alle ist aktuell nicht die Strategie. Sondern ein signifikanter Anteil, der es einem ermöglicht, in einem Markt mit Überkapazitäten günstig einzukaufen. Aber dieses Verhältnis wird natürlich sorgfältig überprüft und den Gegebenheiten angepasst. Ich halte das für eine gute Strategie.
hu.ms meint
„Batteriesysteme“ – und wo kommen die zellen her ?
Mäx meint
Artikel gelesen oder nur Überschrift?
„Das Herzstück der in Martorell montierten Batteriesysteme bildet die „Unified Cell“ des Konzerns“
hu.ms meint
Richtig.
Aber wer produziert diese zellen ?
Ist der bisherige ausschuss bei der zell-testproduktion in Salzgitter jetzt geringer und rentabel (= zell-eigenproduktion) oder wird die „unified cell“ einfach zugekauft ?
MK meint
@hu.ms:
Aktuell scheint man ja voll im Zeitplan zu sein: Kurz vor Weihnachten offizielle Produktionsaufnahme in Salzgitter (wenn auch nur aus buchhalterischen Gründen…real dann also eher Mitte Januar), mit den ersten Akkus zumindest schon eine Qualität erreicht, dass man damit stationäre Speicher ausstattet und jetzt in den nächsten Schritt geht, die Akkumontage, bevor dann in wenigen Wochen auch die angeschlossene PKW-Produktion starten dürfte.
Dass Salzgitter dabei den gesamten Bedarf von Matorell deckt, war nie geplant. Salzgitter wurde meines Wissens darauf ausgelegt, unter Volllast Akkuzellen für 500 Fahrzeuge pro Tag zu produzieren, in Spanien sollen bis zu 1.200 Akkus am Tag entstehen. Heißt: Über die Hälfte wird definitiv bis auf weiteres zugekauft. Ich denke, auf diese Mengen wird auch der chinesische Partner Gotion bestehen…immerhin waren die es, die VW erst befähigt haben, die Zellfabrik in Salzgitter aufzubauen (entsprechend scheint hier das Risiko eines Desasters wie bei ACC gering), das aber wahrscheinlich nur im Gegenzug für einen Milliardenauftrag für Akkus aus eigenen Fabriken getan haben: Niemand baut der Konkurrenz mit seinem Know How Fabriken, wenn die Auslastung der eigenen Fabriken nicht vertraglich abgesichert ist.
Mäx meint
Okay, sorry, vielleicht die Frage präziser stellen ;)
hu.ms meint
@MK:
Konkurrenz ? Ist nicht VW zu 25% an Goiton beteiligt ?
Allein schon um die neu in china gebauten VW-BEV mit zellen zu beliefern.
Und wo habe ich geschrieben, dass Salzgitter die fabriken in Spanien beliefert ?
In welche autos kommen dann die zellen aus Salzgitter ?
Im herbst in den ID.3 NEO wohl eher nicht…
Paule meint
Übrigens, stand heute wurde Saltgitter nur eine der beiden Blöcke aufgebaut. Sagunt Plan Start erst III/27.
M. meint
„Batteriesysteme mit Volkswagens Einheitszellen“
ist oben eine Überschrift.
Diese Produktion muss man natürlich noch ausbauen, aber immerhin hat man das ja vor. ;-)
Bär (NL) meint
About new PowerCo plant Valencia (Volkswagen):
From the first quarter of 2026, installation of all the production equipment will begin so that the gigafactory is ready to produce its first cells at the end of September.”
Paule meint
Ich lese das anders:
https://ecomento.de/2025/11/04/vw-powerco-batteriefertigung-in-spanien-startet-laut-bericht-erst-im-juli-2027/
MK meint
@hu.ms:
Teilweise aus Deutschland (Salzgitter, dort war Fertigungsstart kurz vor Weihnachten), teilweise vom Partner Gotion aus China.
hu.ms meint
Salzgitter bisher nur testfertigung – keine einzige wurde in kundenautos verbaut !
MK meint
@hu.ms:
Das hat nichts mit „Testfertigung“ zu tun, sondern mit dem Vorlauf: Die Zellproduktion hat vor einigen Monaten begonnen, hier geht es darum, dass jetzt die Montage dieser Zellen zu Akkus begonnen hat. Und in wenigen Wochen beginnt dann der Einbau in PKW und noch mal einige Monate später die Auslieferung an Kunden. So ist nun mal der übliche Vorlauf bei Neuanläufen.
hu.ms meint
@MK:
Die akku-zellen werden erstmal zur (blauen) einheitszelle. Diese werden dann samt klimatisierung in den fahrzeugrahmen installiert.
Wieviele „einheitszellen“ wurden in Salzgitter schon produziert ?
Für den ID.Polo- (und pendents) produktionsstart in S wird vollständig zugeliefert. Der ID.3 NEO im herbst bleibt bei der alten akku-architektur.
Welche autos bekommen dann ab wann die „einheitszelle“ aus Salzgitter ?
MK meint
@hu.ms: Wie kommen Sie zur der Behauptung, dass für den Cupra Raval, der jetzt als erstes kommt, komplett von extern zugeliefert werden sollen?
Wo Sie auf jeden Fall Recht haben: Der ID.3 wird auch im Herbst keine Zellen aus Salzgitter bekommen.
Das ginge aber auch gar nicht, da selbst bei einem eingespielten Dreischicht-Betrieb nur Zellen für 500 PKW pro Tag hergestellt werden sollen (wie viele es jetzt schon sind, kann ich Ihnen auch nicht genau sagen)…das reicht ja nicht mal für alle Kleinwagen des Konzerns, die Ende des Jahres in Spanien gebaut werden sollen. Und wenn man sich Produktionshochläufe selbst bei CATL anschaut, wäre man schon wirklich richtig gut, wenn man Ende des Jahres schon bei Volllast wäre in Salzgitter.